Immobilienwirtschaft: Wohnungsneubau steht weiter hinten an

23. Juni 2011 | von

Der sinkende Wohnungsleerstand führt zu massiven Wohnungsengpässen. Wie das Statistische Bundesamt Bonn kürzlich berichtete, ist die Anzahl der Baufertigstellungen insbesondere im Neubau noch immer sehr gering. Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) fordert nun von der Politik einen stabilen Investitionsrahmen in puncto Neubau.

Hamburg bekommt sein Wohnungsproblem nicht in den Griff, Köln ebenfalls nicht und Berlin kämpft immer noch unermüdlich gegen seine Engpässe auf dem Immobilienmarkt. Doch die Baufertigstellungen im Neubau sind bundesweit weiterhin schwach, wie das Statistische Bundesamt Bonn mitteilte. Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen fordert nun von der Politik eine feste finanzielle Unterstützung für Neubauprojekte.

Das Wohnungsangebot in Deutschland liegt erheblich unter dem eigentlichen Bedarf. So wurden im Jahr 2010 lediglich 160.000 Neubauwohnungen errichtet – gerade einmal 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der benötigten Wohnungen in Deutschland beläuft sich allerdings auf 250.000 Wohnungen. Ein großer Meilenstein, den es zukünftig zu bewältigen gilt.

Preisgünstiger Wohnraum ist Mangelware

BFW-Präsident Walter Rasch sieht eine drohende Gefahr durch die verschärften energetischen Sanierungsanforderungen. Diese sind, laut dem Experten, ebenfalls Verursacher für den erheblichen Wohnungsmangel. „Im Neubaubereich ist es nicht mehr möglich, für alle Mietmärkte qualifizierten Neubau anzubieten“, sagte Rasch gegenüber „haufe.de“. Preisgünstiger Wohnraum ist zurzeit Mangelware, da die Grundstückspreisentwicklung durch die derzeitigen technischen Anforderungen an Energie-, Brand- und Schallschutz vehemente Auswirkungen auf die Preissegmententwicklung haben. Die Folge: eine Reduzierung des Neubaus.

Auch die Wohneigentumsquote ist von der Verschärfung der energetischen Anforderung betroffen. Während die Kaufkraft der Bundesbürger seit dem Jahr 2002 um nur noch 4 Prozent zugenommen hat, sind die Preise für Wohngebäude um 16,5 Prozent gestiegen. Diese Preissteigerung ist für den BWF Präsident Rasch ein klarer Anlass für eine Umstrukturierung der Förderhilfen. Er fordert von Seiten der Politik die Schaffung steuerlicher Anreize für den Neubau. Rasch plädiert für eine lineare Verdopplung der Absetzung für Abnutzung von zwei Prozent auf vier Prozent. Zudem möchte man erreichen, dass der Ersatz-Neubau mit den KfW-Förderprogrammen gleichberechtigt gefördert wird. So sollen nicht mehr sanierungswürdige Gebäude durch einen zukunftssicheren Neubau ersetzt werden.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter News abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>