Massiver Wohnungsleerstand in Sachsen-Anhalt

12. Juli 2011 | von

Trotz sinkender Zahlen beklagen die Wohnungsverbände in Sachsen-Anhalten eine noch immer zu hohe Leerstandsquote. Besonders im Vergleich zum Bundesdurchschnitt klaffen riesige Lücken nicht nur zwischen den Quoten, sondern auch im Portemonnaie der Verbände.

Die Quote von leerstehenden Wohnungen in Sachsen-Anhalt kann zwar einen Rückgang von 15,8% auf rund 11% im Gegensatz zum Vorjahr verzeichnen, trotzdem bedeuten diese Zahlen noch immer eine horrende Anzahl von ungenutzten Wohnungen. Gravierend ist überdies das große Loch bei den Mieteinnahmen der circa 205 Wohnungsunternehmen Sachsen-Anhalts. Immerhin muss hier von einem Verlust in Höhe von rund 118 Millionen Euro für das Jahr 2010 gesprochen werden, die es natürlich für das laufende Jahr zu minimieren gilt.

Gerade im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in puncto Wohnungsleerstand, beklagt Ronald Meißner, Chef der Wohnungsgenossenschaften, hätte die Quote deutlicher sinken müssen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei immerhin „nur“ 3%. Erschwerend für das Ausmaß des Wohnungsleerstands in diesem Bundesland kommt die sinkende Bevölkerungszahl hinzu. Auf Grund dessen wurde der Beschluss gefasst, circa 1.000 Wohnungen mehr als im Vorjahr, also 5.288 Wohnungen innerhalb dieses Jahres, abzureißen. Insgesamt sollen weitere 34.000 Wohnungen demontiert werden.

Umfangreiche Investitionen der Wohnungswirtschaft haben sich rentiert

Auf der anderen Seite stechen in Sachsen-Anhalt besonders die Entwicklungen im Bereich der Wohnungsmodernisierungsmaßnahmen und des Energiesparens hervor. Rund 90% der Wohnungen seien, so die Verbände, inzwischen modernisiert und eine Rekordsumme von 404,5 Millionen Euro investiert worden. Außerdem habe die Höhe der Mietschulden einen Tiefstand von 41,7 Millionen Euro erreicht. Positiv wird auch das konstante Mietniveau beurteilt, wonach Mieter in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 4,39 Euro je Quadratmeter zahle. Ronald Meißner prognostizierte jedoch, dass auf Grund niedriger Löhne und Renten mit einem erhöhten Bedarf von günstigen Wohnungen zu rechnen sei.

Auch die Energiesparmaßnahmen in dem für das Mittelgebirge Harz bekannten Bundesland scheinen Früchte zu tragen, so präsentierten die Verbände kürzlich die Zahlen des mittleren Stromverbrauchs für 2009, die mit 125 Kilowattstunden pro Quadratmeter deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 182 Kilowattstunden je Quadratmeter liegen. Jost Riecke, Chef des Verbandes der Wohnungswirtschaft, kritisierte jedoch, dass Hartz-VI-Empfänger von den technischen Fortschritten und Modernisierungsmaßnahmen kaum profitieren. Dies liegt, so Riecke, an den Sparmaßnahmen der Kommunen, die die Kosten für eine sanierte Wohnung meist nicht übernehmen würden.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Mieten abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>