IVD fordert zeitnahe Entscheidung zur steuerlichen Abschreibung für energetische Sanierungsmaßnahmen

14. Juli 2011 | von

Als Reaktion auf das Scheitern des Gesetzes über die steuerliche Abschreibung für energetische Modernisierungsmaßnahmen appelliert der Immobilienverband Deutschland (IVD) an Bund und Länder, sich schnell zu einigen und Klarheit für Eigentümer zu schaffen.

Dramatisch sei die noch immer ausstehende Entscheidung über Art und Höhe der steuerlichen Abschreibung im Zuge von energetischen Sanierungsmaßnahmen, da die Unsicherheit auf Seiten der Eigentümer erhöht und in der Folge geplante Sanierungsmaßnahmen verschoben würden. Betreffende seien im Unklaren darüber, welche steuerliche Abschreibung überhaupt für sie gelte. Dies beklagt Hans-Joachim Beck, Leiter der Abteilung Steuern im IVD, der uneingeschränkt fordert, endlich Rechtssicherheit für Bauherren und Eigentümer zu schaffen.

Mit diesem Appell an Bund und Länder stützt Beck die Auffassung des IVD, dass der Gesetzgeber trotz des Vorbehaltes des Bundesrats, die Förderung von energetischen Sanierungen in Form einer attraktiven steuerlichen Absetzbarkeit, nicht aufgeben dürfe. Schließlich solle die breite Zustimmung der Öffentlichkeit zur geplanten steuerlichen Absetzung vielmehr als Maßstab für die Entscheidung angesetzt werden als die Zweifel des Bundesrats.

IVD hat Lösungsvorschläge in Petto

Dieser hatte das Gesetzespaket aus überwiegend zwei Gründen abgelehnt: Erstens bestehen die Bundesländer auf die Refinanzierung der Steuermindereinnahmen, die auf eine Höhe von rund 900 Millionen Euro geschätzt wird. Zweitens gibt der Bundesrat zu bedenken, dass die Höhe des individuellen Steuersatzes von den Auswirkungen der neuen Regelungen abhängig sei. Beck konstatierte jedoch, man könne den Bedenken des Bundesrates entgegnen, dass es schon einmal eine progressionsunabhängige Gestaltung steuerlicher Förderungen gegeben habe, nämlich beim sogenannten Baukindergeld, nach dessen Vorbild man sich ausrichten könne. So erläuterte Beck, „bei selbstgenutzten Immobilien könnte ein bestimmter Prozentsatz der Investitionskosten von der Steuerschuld abgesetzt werden.“ Der Abzug werde dann ähnlich einer Abschreibung über zehn Jahre gewährt. Im Falle jedoch der vermieteten Immobilien müsse „der Gesetzgeber dagegen an den bestehenden Plänen festhalten und die erhöhte Absetzung mit 10 Prozent für 10 Jahre einführen.“

In jedem Falle darf vom Ziel, privates Kapital in energetische Modernisierungen von bestehenden Immobilien zu stecken, nicht abgewichen werden, so das klare Statement des IVD. Ein weiteres Plus der vom IVD vorgeschlagenen Trennung von selbstgenutzten und vermieteten Immobilien sei, dass damit sozialpolitischen Einwänden Rechnung getragen werde: Eigentümer der unteren Einkommensklassen würden nach dem IVD Lösungsvorschlag genauso behandelt wie diejenigen höherer Einkommensgruppen. Im Falle der vermieteten Immobilien solle aber in jedem Fall die Progressionsabhängigkeit der Förderung hinzugenommen werden.

Auch für die Bedenken bezüglich der Refinanzierung wartet der IVD mit einem möglichen Lösungsvorschlag auf. Durch die Fortsetzung und Aufstockung der Mittel für die Wohnungsbauförderung über das Jahr 2012/13 hinaus könnte eine Einigung bezüglich des Gesetzespaketes möglich sein. Die Wohnungsbauförderung umfasst Mittel in Höhe von circa 518 Millionen Euro, die vom Bund an die Länder gezahlt werden.

Mieterbund fordert positive Auswirkungen für Mieter

Auch der Deutsche Mieterbund (DMB) fordert verbesserte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten. Besonderes Anliegen des Mieterbundes ist, dass im Zuge der steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten die Mieterhöhungsspielräume begrenzt werden und auch die Mieter Nutzen davon tragen, so die Stellungnahme des DMB. Grundsätzlich sei es richtig, dass steuerliche Anreize geschaffen werden, die das Umsetzen von Modernisierungsmaßnahmen fördern. Eine Steuerregelung allein jedoch nutze dem Mieter jedoch nichts, denn anders als bei Fördermitteln werden die Mieterhöhungsspielräume durch steuerliche Absetzungen nicht reduziert. Geht es nach Lukas Siebenkotten, Direktor des DMB, ist genau dies zu ändern. Er erläuterte, „jede Form der öffentlichen Förderung eines Modernisierungsvorhabens muss sich über niedrigere Modernisierungskosten und damit geringere Mieterhöhungsspielräume auch zu Gunsten der Mieter auswirken.“

IVD fordert zeitnahe Entscheidung zur steuerlichen Abschreibung für energetische Sanierungsmaßnahmen, 4.0 out of 5 based on 1 rating



Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
1
Dieser Beitrag wurde unter Geld / Finanzierung abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>