Gaspreiserhöhung: Preise ziehen durchschnittlich um 11 Prozent an

21. Juli 2011 | von

Der Herbst naht, die Gaspreise steigen: Ganze 90 Gasanbieter wollen im August und September ihre Preise erhöhen. Durchschnittlich 11 Prozent mehr muss der Kunde dann zahlen. Hier lohnt sich der Vergleich verschiedener Anbieter, denn die Unterschiede sind frappierend.

Laut der Verbraucherportale Verivox und toptarif.de planen gleich 90 Gasanbieter, im August und September die Preise drastisch zu erhöhen. Satte 11 Prozent sollen im Schnitt draufgeschlagen werden. Für einen typischen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh würde dies Mehrkosten von jährlich etwa 133 Euro bedeuten. In manchen Regionen kommt es sogar noch schlimmer: Spitzenwert ist die Erhöhung der Gaskosten um 29 Prozent, was sogar eine Mehrbelastung von rund 400 Euro bedeutet.

Betroffen ist fast jeder fünfte Haushalt mit Gasbezug, da auch einige Grundversorger wie Eon Avacon, EnBW oder der norddeutsche Regionalversorger EWE ihren Kunden Preiserhöhungen zumuten. Auch in größeren Städten wie beispielsweise Bonn, Duisburg, Wuppertal, Chemnitz, Aachen, Hamm, oder Frankfurt am Main bleiben die Verbraucher nicht verschont.

Gestiegene Beschaffungskosten als Grund für Preiserhöhung

Als Grund für die Erhöhungen werden gestiegene Beschaffungskosten genannt, die vom Anbieter an den Verbraucher weitergereicht werden. Ölpreise und Großhandelspreise an den Spotmärkten für Erdgas hätten im laufenden Jahr so weit angezogen, dass Anbieter, deren Langzeitverträge an diese Kosten gekoppelt sind, nur mit Preiserhöhung reagieren könnten. Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox, bestätigt: „Die unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Gasversorger wirken sich stärker als im Strombereich auf den Endpreis aus. Beschaffung, Vertrieb und Marge haben derzeit einen Anteil von 51 Prozent am Gaspreis. Beim Strompreis macht dieser Posten dagegen nur 31 Prozent aus.“ Die Koppelung an den Ölpreis – eine freiwillige Absprache der Branche seit den 1960er Jahren – gerät unterdessen immer weiter in die Kritik. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Anpassungen tendenziell nur nach oben gehen würden, sodass die Energiekonzerne Extraprofite abschöpfen können.

Große Preisunterschiede unter den einzelnen Anbietern

Bundesweit stechen nur drei Anbieter hervor, die billiger statt teurer werden. Dabei liegt die Spanne zwischen den niedrigsten und höchsten Angeboten im Schnitt bei satten 300 Euro jährlich. So zahlen Verbraucher beim günstigsten Tarif des örtlichen Anbieters für 20.000 kWh durchschnittlich 1.244 Euro pro Jahr, während für die gleiche Menge beim günstigsten überregional verfügbaren Tarif nur 945 Euro fällig werden.

Betrachtet man die Preisspanne, liegt gegebenenfalls ein Grund vor, den Anbieter zu wechseln. Vor allem Kunden mit mittlerem und hohem Verbrauch, beispielsweise Familien, können durch den Wechsel sparen. toptarif.de rät, vor allem auf eine Absicherung mit entsprechend langfristigen Preisgarantien zu achten, um wenigstens über die kommende Heizperiode hinaus eine Preissicherheit zu haben. Verivox weist zudem darauf hin, dass Haushalte, die über keinen eigenen Gaszähler verfügen, ihren Vermieter mit dem Hinweis auf Einsparmöglichkeiten auf einen Wechsel ansprechen sollten.





Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Energie, News abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>