Fledermaus-Alarm in Hamm: Rentner wird in seiner Wohnung von über 100 Fledermäusen überrascht

12. August 2011 | von

Der 73-jährige Rentner Egon Lienemann kann es nicht fassen: als er Anfang der Woche eine leer stehende Wohnung in seinem Haus betritt, findet er über 130 Zwergfledermäuse vor, die sich bei ihm eingenistet haben.

Der Teppich ist ruiniert, in der Wohnung hängt ein widerlicher Geruch, Dutzende von Fledermäusen sitzen auf der Gardinenstange, tote Tiere liegen auf dem Boden. Was der 73-jährige Rentner Egon Lienemann zu Beginn der Woche in seiner Wohnung vorfand, ist für viele der absolute Albtraum. Über 130 Zwergfledermäuse haben sich in seiner leer stehenden, aber eingerichteten Wohnung eingenistet. Sogar aus seinem Kleiderschrank und den Ärmeln seiner alten Uniform musste der Mann Fledermäuse rausholen. Und alles nur, weil er einige Tage zuvor das Fenster des überdachten Balkons zum Lüften offen gelassen hatte. Für die Fledermäuse wirkte das wie eine Einladung, es sich in der Wohnung gemütlich zu machen. Nur den Ausgang haben sie dann anscheinend nicht gefunden, weil die Fenster mit Gardinen verhangen waren. Nun sind Gardinen und Teppichboden ruiniert und müssen raus.

Der Rentner reagiert gelassen. Mit einer Taschenlampe hat er die Tiere geblendet und sie dann mit einer Grillzange nach draußen befördert, die toten Fledermäuse hat er entsorgt. Als er einen Tag später noch ein paar Fledermäuse findet, die sich in eine Blumenvase verirrt haben, stellt er ihnen sogar ein Schälchen mit Wasser hin, auf das sie sich sofort stürzen. Mittlerweile ist das Haus von Fledermäusen befreit. Zehn geschwächte Tiere befinden sich nun sogar bei Hamms Fledermausexperten Robert Grunau vom Naturschutzbund Nabu. Er pflegt sie nun wieder gesund. Grunau betont ausdrücklich, dass die Tiere vollkommen ungefährlich seien.

Fledermäuse sind nützliche Tiere

Tatsächlich sind Fledermäuse sogar nützliche Tiere, denn pro Nacht verspeisen sie bis zu 800 Insekten. Auch die Tollwut-Theorie sei unwahr, da nur ganz wenige Arten Viren übertragen könnten. Dass Fledermäuse sich öfter mal in Wohnungen verirren, liegt vor allem daran dass ihr natürlicher Lebensraum immer weiter eingeschränkt wird und sie deshalb gezwungen sind, in Innenstädten zu leben. Gerne lassen sie sich z. B. in Kirchtürmen nieder. Doch wenn diese aus Schutz vor Tauben mit Netzen versehen werden, müssen sich die Fledermäuse wohl oder übel einen anderen Unterschlupf suchen, wie es Egon Lienemann erleben musste. Dass es sich dabei allerdings gleich um einen so riesigen Schwarm der Tiere handelte, ist laut Robert Grunau, dennoch ungewöhnlich.




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Ein Kommentar zu Fledermaus-Alarm in Hamm: Rentner wird in seiner Wohnung von über 100 Fledermäusen überrascht

  1. Hallo,

    Grillzange muß nicht sein, aber ein dickes Tuch, das keine Fäden zieht ist sinnvoll, um Bisse zu vermeiden. So kann auch der Druck gut kontrolliert werden, um ein Entfleuchen der Flatterer zu vermeiden. Wer keine Übung im Hantieren mit Wildtieren hat, sollte sich an den lokalen Nabu oder eine ähnliche Naturschutzorganisation wenden. Auch die lokale Polizie wird kompetente Ansprechpartner benennen können.

    Derzeit sind Fledermausinvasionen üblich; da hilft nur nachts geöffnete Fenster mit Fliegengitte oder flächendeckend mit Vorhangstoff zu sichern, um diese Vorkommnisse mit Todesfällen verdursteter Fledermäuse zu vermeiden.

    Mit fledermausfreundlichen Grüßen

    Gottfried Aust

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