dena: Steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen unumgänglich

24. August 2011 | von

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) schlägt Alarm: Nach Schätzungen nahmen energetische Sanierungen im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent ab. Gründe sind wahrscheinlich die ausbleibende endgültige Entscheidung, was die steuerliche Förderung betrifft, und die unzureichende Unterstützung durch Förderprogramme.

Hausbesitzer sind gezwungen, ihr Wohneigentum den energetischen Forderungen der Bundesregierung anzupassen. Aber auch ohne diese Vorgabe ist energieeffizientes Sanieren langfristig von Vorteil, für die Umwelt genau wie für den Geldbeutel. Trotzdem konnte die Deutsche Energie-Agentur (dena) einen Rückgang der Sanierungen um fast die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr ausmachen.

Die Gründe liegen vermutlich im politischen Hickhack um das Thema Finanzierung und Förderung. Die zunächst versprochene steuerliche Förderung energetischer Sanierungen wurde nun doch erstmal zu den Akten gelegt, das Fördervolumen für Programme wie die der KfW-Bank runtergefahren. Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, fasst die Lage zusammen: „Die Zahlen, die uns zur Entwicklung des Sanierungsmarktes vorliegen, sprechen eine deutliche Sprache. Die Hausbesitzer sind extrem verunsichert und nehmen energetische Sanierungen immer weniger in Angriff.“ Nun sei die Bundesregierung gefragt, um der Umsetzung die nötigen Anreize zu verschaffen. „Wenn die steuerliche Erleichterung der Gebäudesanierung nicht kommt, ist eine große Chance vertan“, so Kohler weiter.

dena appelliert an Bundesregierung

Die dena fordert die Bundesregierung auf, den Vermittlungsausschuss anzurufen, um den Steueranreiz für hocheffiziente energetische Sanierungen doch noch freizugeben. Außerdem sei eine Ausweitung der Vergünstigungen auch auf Teilsanierungen ratsam. „Die von der Bundesregierung angestrebte und notwendige Verdoppelung der Sanierungsrate auf 2 Prozent ist sonst nicht zu schaffen“, schätzt der dena-Geschäftsführer.

Ein Argument pro Erhöhung der Fördergelder zeigt eine Studie im Auftrag des Verbändekreises Energieeffizienz und Klimaschutz auf. Schon bei einer steuerlichen Förderung allein der Heizungssanierung würde mehr Geld in die Kassen von Bund, Ländern und Kommunen gespült, als dass dem Staat Kosten entstünden: Der Berechnung nach würde jeder Euro Mindereinnahmen aufgrund von Steuererleichterungen durch ca. 1,17 Euro Steuermehreinnahmen sogar mehr als nivelliert. „Es ist für uns völlig unverständlich, warum sich die Bundesländer gegen den Steueranreiz sperren. Dieses Instrument wäre eine bundesweite und flächendeckende Wirtschaftsförderung, da insbesondere der Mittelstand und das Handwerk davon profitieren“, ergänzt Kohler.

Darüber hinaus schlägt die dena vor, die steuerliche Absetzbarkeit unabhängig vom persönlichen Steuersatz einzurichten. Nach der bisherigen Planung würden Geringverdiener von den Vergünstigungen weniger profitieren können. Einige Bundesländer hatten unlängst vorgeschlagen, dass Eigentümern ermöglicht werden sollte, beispielsweise über 10 Jahre jeweils 3 Prozent der energetischen Sanierungskosten direkt von der Steuerschuld abziehen zu können. So würde keine Einkommensgruppe benachteiligt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu dena: Steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen unumgänglich

  1. Nachdem ja Solarförderung reduziert wurde, gab es viel Unsicherheit auf Seiten der Häuslebauer und Sanierer. Nicht nur die Frage “lohnt sich das ganze überhaupt noch für mich” sondern auch das Problem des “was kommt als nächstes” wurde mit der Reduzierung der Förderung in den Raum gestellt. Die Bundesregierung hat ja auch seinerzeit das Thema der “Zwangssanierung” ins Spiel gebracht, was auch etliche Hausbesitzer wenig begeistert hat. Die Regelung der dena klingt fair und sinnvoll.

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