GdW: Einstellung des KfW-Programmes „Altersgerecht Umbauen“ unverständlich

30. August 2011 | von

Der aktuelle Haushaltsplan der Bundesregierung für das Jahr 2012 sieht keinerlei Mittel mehr für das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ vor, was beim Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) angesichts des demografischen Wandels auf Unverständnis und Kritik stößt.

Der GdW heißt die Entscheidung, das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ einzustellen, für unverantwortlich und warnt vor dem Stopp des Programms. GdW-Präsident Axel Gedaschko kommentierte, angesichts der Aufgabe, den Wohnungsbestand an die künftigen Herausforderungen der Gesellschaft anzugleichen, sei das Auslaufen des KfW-Programmes vollkommen unverständlich.

In Anbetracht der Tatsache, dass circa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung bereits jetzt über 65 Jahre alt sind, was ungefähr 16 Millionen Menschen entspricht, wird der Bedarf an altersgerechten Wohnungen immer dringlicher. Dies belegt auch die aktuelle Studie „Wohnen im Alter“, welche vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in Auftrag gegeben und durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) durchgeführt wurde. Den Ergebnissen zufolge wird mit einem kurzfristigen Mehrbedarf von rund 2,5 Millionen altersgerechten Wohnungen zu rechnen sein, bis zum Jahr 2020 wird der zusätzliche Bedarf sogar auf circa 3 Millionen geschätzt. Kein Wunder, ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der über 80 Jährigen, die bereits jetzt 3,7 Millionen umfasst, bis zum Jahr 2050 auf gut 10 Millionen Menschen erhöhen und sich damit fast verdreifachen dürfte.

Aktuell zu wenig Wohnungen altersgerecht oder barrierearm

Der GdW begründet seine Forderung nach der Weiterführung des KfW-Programmes „Altersgerecht Umbauen“ jedoch nicht nur mit dem demografischen Wandel allein, die Fördermittel seien gerade aus dem Grund notwendig, da die älteren Mitbürger mit zunehmend schlechteren Einkommensverhältnissen einen altersgerechten Umbau finanziell nicht allein tragen können. Daher werde die Versorgung mit bedarfsgerechtem Wohnraum und sozialen Dienstleistungen zu bezahlbaren Mieten zu einer zentralen Aufgabe werden, so Gedaschko. Schließlich solle den Älteren ihr Wunsch, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu können, ermöglicht werden. Die Heimunterbringen als Alternative sei schließlich nicht nur teuer, sondern auch von der Gesellschaft schlichtweg nicht zu stemmen.

Aktuell sind jedoch in Deutschland lediglich – wie eine aktuelle Studie des Bauministeriums hervorbringt – nur etwa eine halbe Million Seniorenhaushalte bzw. 1,4 Prozent aller Wohnungen als barrierearm oder barrierefrei zu bezeichnen. Der Handlungsbedarf ist demzufolge groß, da der anhaltende wachsende Bedarf an altersgerechten Wohnungen noch lange nicht gedeckt ist. Daher fordert der GdW die Bundesregierung dazu auf, die Mittel für das Förderprogramm auch zukünftig weiterhin bereitzustellen, und das auf einem hohem Niveau.

Verknüpfung mit energetischen Sanierungsprogrammen wünschenswert

Nicht unbegründet erscheint die Forderung des GdW, hatte doch der Staatssekretär des BMVBS, Jan Mücke, selbst kürzlich darauf hingewiesen, dass die Anpassung des Wohnungsbestandes und der Infrastruktur an die speziellen Bedürfnisse älterer Mitbürger „at the top“ auf der wohnungspolitischen Agenda stehe. Dieser Ankündigung, so der GdW, müssten nun auch Taten folgen, immerhin ist die Anpassung an den demografischen Wandel zentraler Punkt des Koalitionsvertrages. Als mögliche Erweiterung oder Umgestaltung des KfW-Programmes sieht Gedaschko die Kombination mit den energetischen Programmen der KfW. So könne man den wichtigen Herausforderungen Klimaschutz und Demografie in einem Zuge Rechnung tragen.




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