Gas-Anbieter: Preis-Leistungs-Verhältnis schwankt

8. September 2011 | von

Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat das Preis-Leistungs-Verhältnis verschiedener Gasanbieter untersucht. Das Ergebnis: Es gibt durchaus Anbieter, die günstigen Strom liefern und ihren Kunden gleichzeitig befriedigende Beratung und Transparenz bei den Verträgen bieten. Man muss nur wissen, wo.

Die Energiepreise steigen seit Jahren. Dieses Phänomen betrifft vor allem den Strom, doch auch Gas-Kunden müssen regelmäßig tiefer in die Tasche greifen. Dass hier aber nicht die Regel „entweder billig oder guter Service“ gelten muss, wies das unabhängige Verbraucherportal Verivox in einer aktuellen Studie nach.

Verivox nahm 125 der wichtigsten Gasanbieter Deutschlands unter die Lupe und untersuchte Service, Transparenz und Preis. Leider konnte keiner der Anbieter in der Gesamtbewertung die Bestnote „sehr gut“ (1,0) erreichen, dafür gab es aber auch keine krassen Ausreißer nach unten. Für die Studie wurden verschiedene Tarife in derselben Stadt miteinander verglichen, nämlich der Grundversorger und der jeweils günstigste Versorger der Region.

Wettbewerb zwingt zu guten Angeboten

Mittlerweile können private Verbraucher zwischen 53 Versorgern wählen – ein Wettbewerb, der die Gasanbieter zwingt, die Kunden durch überdurchschnittliche Leistungen an sich zu binden. Geschah dies bisher am ehesten über den Preis, haben die Anbieter nun erkannt, wie wichtig dem Kunden guter Service und lesbare Verträge sind. In diesen beiden Kategorien musste 2011, als die Studie zum dritten Mal ausgeführt wurde, auch nicht mehr die Note „mangelhaft“ vergeben werde.

Allerdings ist auch noch Luft nach oben: 62 Prozent der geprüften Tarife wurden mit der Note „sehr gut“ oder „gut“ ausgezeichnet. Die meisten Anbieter ermöglichen ihren Kunden Serviceleistungen wie telefonischen Kontakt zum Null- oder Ortstarif und ein Kundenportal im Internet. Allerdings gibt es noch Verbesserungsbedarf bei der telefonischen und schriftlichen Beratung: Verivox rät, das Servicepersonal besser zu schulen. Im Bereich der Kundenportale scheinen die Funktionalitäten im Vordergrund zu stehen, die Verwaltungskosten senken können (Mitteilung von Zählerständen, Änderung von Kundendaten etc.). Die Vorteile der Kunden, z.B. durch die Darstellung von historischen Verbräuchen und ähnlichen Informationen, scheint weniger eine Rolle zu spielen und werden nur selten geliefert.

Preisgarantien eher Mangelware

Was die Preisgestaltung angeht, bekamen mehr als die Hälfte aller untersuchten Tarife (54 Prozent) die Note „sehr gut“ oder „gut“. Bei dem Rest mangelte es vor allem an einer Preisbindung und längeren Laufzeiten. 64 Prozent der Tarife weisen sogar keinerlei Form von Preisgarantie auf. Auch wenn bei schwankenden Energiepreisen nachvollziehbar ist, dass Gasanbieter Flexibilität bei ihren Preisen vorziehen, wird so das Preisrisiko auf den Verbraucher verlagert.

Worauf Verbraucher achten sollten

Bevorzugte Zahlungsweise (92 Prozent) sind die monatlichen Abschlagsraten. Lediglich besonders preisbewusste und risikobereite Verbraucher sind bei jährlichen Vorauszahlungen besser aufgehoben.

Allgemein sollte immer der Blick auf das Kleingedruckte geschärft werden. Vorzugsweise enthält der Vertrag eine einmonatige Kündigungsfrist, auch bei Erstverträgen, die einen Wechsel problemlos möglich machen. Eine Bindung für ein ganzes Jahr sollte sich durch einen besonders günstigen Preis und/oder eine Preisgarantie lohnen.

Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox, fasst zusammen: „Für welche Konstellation aus Preis, Tarifkonditionen und Servicequalität sich Verbraucher entscheiden sollten, hängt von der individuellen Situation und den persönlichen Vorlieben ab. Die Gas-Servicestudie 2011 ermöglicht, das Verhältnis von Preisniveau, Vertragsgestaltung und Service schneller einzuschätzen und die jeweils beste Entscheidung zu treffen.“ Die Studie ist auf www.verivox.de einzusehen.





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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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