Hamburger Immobilienbranche verzeichnet steigende Umsätze

13. September 2011 | von

Im vergangenen Jahr ist die Zahl an verkauften Grundstücken, Wohnungen und Häusern in Hamburg gegenüber dem Vorjahr rasant angestiegen. Besonders gefragt waren Eigentumswohnungen, was die Preise stark ansteigen ließ. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch im Bereich der Grundstückspreise. Der „Immobilienmarktbericht 2011“ gibt jetzt Aufschluss über die genauen Zahlen.

Der Immobilienmarkt in Hamburg verzeichnet hohe Umsätze, die Zahl an verkauften Häusern, Wohnungen und Grundstücken ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Durch den Handel von Immobilien wurde ein Gesamtumsatz von circa 6,2 Milliarden Euro erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 26 Prozent. Ein Großteil der Verkäufe ist dabei auf Eigentumswohnungen mit rund 58 Prozent zurückzuführen. Die restlichen Verkäufe ergeben sich aus einem Drittel bebauten Grundstücken und acht Prozent unbebauten Arealen.

Besonders interessant ist, dass der „Immobilienmarktbericht 2011“ neben relevanten Fakten auch die Umsätze und Preise von Grundstücken, Häusern und Wohnungen nennt. Dadurch, dass der Bericht auf beurkundeten Verkäufen von Hamburger Notaren basiert, garantiert er ein hohes Maß an Objektivität. Im Gegensatz zu anderen vielfach vorgenommenen Analysen sind Notare verpflichtet, die Verträge an den Landesbetrieb für Geoinformation angesiedelten Ausschuss zu übermitteln, was den Bericht zu einem zuverlässigen Indikator für die grundlegende Entwicklung des Hamburger Immobilienmarktes macht.

Sowohl Käufer von Eigentumswohnungen als auch diejenigen, die Einfamilienhäuser samt Grundstück gekauft haben, zahlten durchschnittlich circa fünf Prozent mehr als noch im Jahr 2010. Im Bereich der Eigentumswohnungen hat der Preisanstieg schon im Jahr 2009 begonnen, in dem ein Anstieg von fünf Prozent verzeichnet wurde. Das gleiche Abbild zeichnete sich auch im Bereich des Erwerbs von Bauland und fertig gebauten Mehrfamilienhäusern ab. So mussten für Grundstücke rund sieben Prozent mehr als noch im Vorjahr aufgebracht werden.

Zahl der verkauften Wohnungen, Häuser und Grundstücke stiegt extrem an

Der Wechsel des Eigenheims oder der Umgebung scheint sehr beliebt geworden zu sein- erstmals seit dem Jahr 2006 stieg die Zahl an Grundstücken, Wohnungen und Häusern, die ihren Besitzer wechselten, an. Mehr als 12.500 Grundstücke und für circa 6,2 Millionen Euro Häuser und Wohnungen wurden verkauft. Zuwächse waren vor allem im Bereich der Eigentumswohnungen aber auch bei Ein- und Zweifamilienhäuser zu erkennen. Ebenfalls stiegen die Verkäufe im Bereich von Büro- und Geschäftsräumen an.

Dieser Trend kann auf die einzelnen Hamburger Stadteile übertragen werden: So werden Häuser im höheren Preissegment vor allem am westlichen und nördlichen Stadtrand und Eigentumswohnungen rund um die Alster gehandelt. Während in Niendorf, Rahlstedt und Billstedt hauptsächlich Zweifamilienhäuser veräußert werden, kommt es im gesamten Innenstadtbereich eher zu Verkäufen von Mehrfamilienhäusern als auch Bürohäusern. Im Bereich des Verkaufs von Eigentumswohnungen konzentrieren sich die Veräußerungen auf die Stadtteile Winterhude, Eimsbüttel und Barmbek. Die teuersten Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen sind in den Stadtteilen Harvestehude und Rothenburgsort, wobei die Statistik aufgrund der Verkäufe von nur wenigen besonders teuren Objekten zum Teil ein verzerrtes Bild ergibt. Das gilt jedoch nicht für den gesamtstädtischen Bericht.

Die Entwicklung, welche aus dem „Immobilienbericht 2011“ hervorgeht, wird von CDU und Opposition unterschiedlich bewertet. Der Fachsprecher für Stadtentwicklung und CDU Abgeordnete Hans-Detlef Roock sagt zwar, dass der Senat für Preisstabilität bei Immobilienobjekten im bezahlbaren Bereich sorgen müsse, er jedoch die gesamten Zahlen positiv bewerte. „Sie zeigen, dass Hamburg nach wie vor ein attraktiver Immobilienstandort ist. Die Preissteigerung ist mit fünf Prozent noch vertretbar,“ gegenüber der WELT ONLINE.

Der SPD Abgeordnete für Stadtentwicklung, Andy Grote, sieht hingegen in der derzeitigen Unausgeglichenheit des Marktes ein Problem „Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich, die Menschen sind bereit, selbst hohe Preise zu bezahlen, dieser Trend setzt sich also fort,“ wie Grote gegenüber der WELT ONLINE berichtet. Auch er wünscht sich mehr Investitionen im Bereich von bezahlbaren Eigentumswohnungen, um den Preisanstieg zu stoppen und wieder ein Gleichgewicht innerhalb des Marktes herzustellen. Einen Erfolg sieht er bereits in den steigenden Verkäufen von unbebauten Grundstücken, was Grote zufolge, auf die Belebung des Wohnungsbaus hindeute.




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