Der Trend geht zum Wohnturm – Alexanderplatz macht den Anfang

14. September 2011 | von

Nach fast 20 Jahren Planung steht der Bau des ersten Wolkenkratzers am Alexanderplatz nun kurz bevor. Überraschenderweise soll es sich bei dem 150 Meter hohen Gebäude nun aber nicht, wie ursprünglich geplant, um ein Bürogebäude handeln, sondern um ein Wohnhaus mit bis zu 400 Appartments. Der erste Wohn-Wolkenkratzer Berlins wird jedoch nicht lange allein bleiben. Es sind bereits weitere Wohntürme in Planung und sie versprechen der neueste Zukunftstrend zu werden.

Bereits 1993 entwickelte Stararchitekt Hans Kollhoff den Plan, mit insgesamt zehn Wolkenkratzern am Alexanderplatz Berlin eine „Stadtkrone“ aufzusetzen. Jetzt liegt endlich der neue Bebauungsplan für den ersten Turm vor und überrascht mit dem Vorhaben, in dem 150-Meter-Hochhaus Wohnungen einzurichten. Auf einer Fläche von insgesamt 40.000 Quadratmetern sollen in dem Turm bis zu 400 Wohnungen entstehen. Vom 40 Quadratmeter großen City-Appartment für Hauptstadtbesucher bis zur 400 Quadratmeter Luxus-Wohnung soll hier alles angeboten werden.

Ursprünglich war geplant, den Wolkenkratzer, der nach dem Funk- und Fernsehturm zum höchsten Gebäude der Stadt wird, als Büroturm zu nutzen. Da sich jedoch kein Nutzer für einen solchen fand, wird stattdessen die große Wohnungsnachfrage in Berlin bedient. Das Baugrundstück liegt am nordöstlichen Rand vom Alexanderplatz und gehört dem US-amerikanischen Investor Hines, der auf dem Platz bereits das Einkaufszentrum „Die Mitte“ mit dem Elektrofachgeschäft „Saturn“ errichtet hat. Dieses Gebäude soll nun durch den Wohnturm ergänzt werden. Geplant ist außerdem eine dazugehörige dreigeschossige Tiefgarage sowie ein großes, gläsernes, 30 Meter hohes Atrium am Fuße des Turmes, das diesen einschließen soll.

Wohnhaustürme sind der Trend der Zukunft

Laut Andreas Schulten, Chefananalyst der Beratungsfirma „Bullwien Gesa“, wird der Wohnhaus-Wolkenkratzer bald nicht der einzige in Berlin sein. Für die nächsten zehn bis 15 Jahre sieht er einen großen Trend für Wohnhochhäuser in Deutschland. Bei der Vorstellung des neuen Berichts über die „Immobilienmärkte in der Metropolregion Berlin und Potsdam“ betont er, dass bereits heute die Hälfte aller Investitionen in der Region dem Wohnungsbau zukommt. Wohnungen in Türmen, wie sie nun am Alex oder am Breitscheidplatz entstehen werden, sind besonders wegen ihrer guten Verkehrsanbindung und den kurzen Wegen in die Geschäfte für Immobilienkäufer sehr begehrt.

Auch Willo Göpel, der mit „Urban Spaces“ das Townhouse-Projekt „die Prenzlauer Gärten“ entwickelte, sieht die Zukunft in Wohntürmen. Genau wie der Umbau von Fabriketagen in den 90er Jahren oder der Townhouse-Boom in den Nullerjahren, wird im nächsten Jahrzehnt der Trend in der Entwicklung von Wohntürmen liegen. Bereits jetzt werde damit begonnen: In Friedrichshain an der Andreasstraße wurde ein hoher Plattenbau entkernt, mit neuer Fassade ausgestattet und wird nun für zehn Euro pro Quadratmeter vermietet. Und auch in Schöneberg kann mit dem Umbau des Philips-Hochhauses an der Ecke Kleist- und Martin-Luther-Straße ein neues Wohnhochhaus entstehen, genau wie auf dem Platz des ehemaligen DDR-Gesundheitsministeriums nahe dem Alexanderplatz ein weiterer Wohnturm möglich wäre.




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