Gagfah poliert Image auf: Schimmel soll schneller beseitigt werden

22. September 2011 | von

Der Ruf der Gagfah kann wohl als „ramponiert“ bezeichnet werden. Nach der Milliarden-Klage der Stadt Dresden wegen Verletzung der Sozialcharta, Ärger an der Börse, dem Verdacht auf Insiderhandel gegen Gagfah-Chef Brennan und zuletzt dem geplanten Verkauf des Berliner Immobilienportfolios an die GSW Immobilien AG versucht der Konzern nun offensichtlich, zumindest den verärgerten Hamburger Mietern entgegen zu kommen. In der Hansestadt hatte es unzählige Klagen wegen Schimmelbefalls gegeben.

Die Gagfah hat in den letzten Monaten eher mit Negativschlagzeilen für Furore gesorgt. Nun scheint der Immobilienkonzern auch einmal Gutes verlauten lassen zu wollen: In Hamburg wurde Mietern von Schimmelwohnungen schnelle Hilfe angekündigt.

Voraus ging ein Strategiegespräch mit dem Hamburger Mieterverein. Dem von der Gagfah bestätigten Gesprächsprotokoll zufolge kündigte der Wohnungskonzern an, die durch Schimmel entstandenen Schäden umgehend beseitigen zu lassen. „Die Gagfah Group gesteht zu, dass sie ihre Reaktionsgeschwindigkeit und Abarbeitungsgeschwindigkeit erhöhen muss“, gibt man dort auch erstmalig offen Fehler zu. Allerdings wurde als Rechtfertigung der bisherigen Versäumnisse angebracht, dass viele Mieter ihre Schäden lediglich durch telefonische Beschwerde melden würden, außerdem seinen Notfälle auch innerhalb eines Tages bearbeitet worden. Bisher möchte die Gagfah das Gesprächsprotokoll nicht weiter kommentieren, wie eine Sprecherin gegenüber dem Hamburger Abendblatt äußerte.

Negativnachrichten in Hamburg seit dem Frühjahr

Der Ärger mit dem Unternehmen in Hamburg wurde im April dieses Jahres publik, Medien berichteten über Differenzen mit Mietern, Politikern und Verbänden. 9.000 Wohnungen besitzt die Gagfah in Hamburg, mit insgesamt 155.000 Wohnungen bundesweit ist sie das größte börsennotierte Immobilienunternehmen in Deutschland. Die Mehrheit der Anteile des Konzerns gehören dem US-Hedgefonds Fortress, deren ehemalige Führungskräfte und Mieterverbände befürchten, man wolle sich nur auf Kosten bereichern. Bisher wurden die Dividenden dazu genutzt, Investoren zu bezahlen, statt den Gewinn in den Wohnungsbestand zu investieren. Vor allem in den Hamburger Stadtteilen Steilshoop und Wilhelmsburg stehen nun Wohnungen, in denen die Wände bröckeln und der Schimmelbefall überhandnimmt.

Strategiewechsel der Gagfah

Offensichtlich wurden die Dividenden nun gestrichen, der Konzern möchte auf die Mieter zugehen. Viele Mängel auf der langen Liste sind abgearbeitet, Reparaturaufträge für die ausbleibenden Wohnungen vergeben. Die Gagfah möchte sich nun sogar an der Sanierung der sogenannten Steilshooper Mittelachse beteiligen. „Viele Punkte in dem Gespräch blieben aber sehr vage“, mahnt Rolf Bosse vom Mieterverein gegenüber dem Hamburger Abendblatt zur Vorsicht. Investitionssummen oder Zeitpläne beispielsweise wurden noch nicht bekannt gegeben. Erst Ende des Jahres wird sich die Gagfah damit an den Mieterverein wenden. Am 19. Oktober folgt das nächste Treffen von Mieterverein und Gagfah. „Dann wollen wir einzelne Mängel diskutieren“, sagt Bosse. Wer also noch Mängel zu melden hat, sollte dies nun schriftlich tun.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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