Immobilien-Anleger investieren verstärkt an Nord- und Ostseeküste

28. September 2011 | von

Ferienimmobilien in den deutschen Küstenregionen sind derzeit besonders begehrt. Im dritten Jahr nach der Lehman-Pleite steigen die Preise für deutsche Feriendomizile um 10 bis 30 Prozent. Das ergab eine Untersuchung des Magazins „Capital“.

In Zeiten, in denen die europäische Währungsunion unter dem Druck der Schulden ihrer Mitglieder steht und Angst vor Inflation herrscht, scheinen Immobilien eine sichere Geldanlage zu sein. Der Trend geht zur Zweit- oder Drittimmobilie: dem Feriendomizil. Besonders sicher hält man dabei, laut „Capital“, die deutschen Immobilien. Ferienhäuser in den Küstenregionen der Nord- und Ostsee sind so begehrt, dass die Preise dafür in diesem Jahr um bis zu 30 Prozent gestiegen sind.

Besonders beliebt sind dabei die Gegenden an der Ostsee. Dort ist die Nachfrage nach Häusern am Meer so groß, dass Immobilienmakler dort im letzten Jahr Rekordgeschäfte verbuchen konnten. Selbst die Immobilien, für die sich bisher niemand interessiert hat, wurden gekauft. Die Nachfrage ist so groß, dass das Angebot knapp wird und neue Häuser hermüssen. Deshalb entsteht jetzt beispielsweise in Olpenitz, einem alten Marinestützpunkt bei Kappeln an der Schlei, eine ganze Ferienhaussiedlung an der Schleimündung mit rund 1.000 Immobilien, die fast alle einen eigenen Bootssteg haben. Die Makler gehen davon aus, dass diese luxuriösen Häuser schnell vom Markt sein werden.

Steigende Preise vertreiben Sylts „Ureinwohner“

Auch die Nordseeküste ist für Anleger so begehrt, dass die Nachfrage auf die Dauer höher ist als das Angebot. Das führt teilweise dazu, dass für Standardimmobilien absurd hohe Summen bezahlt werden. Besonders auf Sylt werden derartige Spitzenpreise zum Problem. Die Alteingesessenen können sich die übertrieben hohen Miet- und Kaufpreise nicht mehr leisten und wandern ab. Besitzer von Ferienhäusern gönnen sich dagegen den Luxus, ihr Domizil monatelang leer stehen zu lassen, während die Preise immer weiter steigen.

Ähnlich verhält es sich auch auf Juist, Föhr und Norderney, wo Ferienhäuser als Geldanlage derzeit genauso angesagt sind wie auf Mallorca oder Ibiza. Doch nicht nur die Inseln, auch das Festland an der Küste wird immer beliebter. So zum Beispiel das Surferparadies Sankt Peter-Ording, in dem die Nachfrage nach Ferienhäusern so groß ist, dass diese, kaum zu Verkauf angeboten, sofort wieder vom Markt sind.

Nur noch die Côte d’Azur ist teuerer

Im europäischen Vergleich sind nur noch die Immobilien an der Côte d’Azur teuerer als die Ferienhäuser an den deutschen Küsten. Eine Villa mit Meerblick wird erst gar nicht mehr mit einem Listenpreis versehen: Eigentümer und Interessent handeln den Preis selbst aus. Während es hier und in der deutschen Seeregion boomt, kriselt es laut „Capital“ besonders in den südeuropäischen Ländern. Dort bekommt man Ferienimmobilien in einfachen Lagen zum Schnäppchenpreis. Nur in Toplagen sind die Preise nach wie vor hoch.




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