Strommarkt: Immer mehr Anbieter

7. Oktober 2011 | von

„Konkurrenz belebt das Geschäft“ – dies gilt inzwischen auch für den Strommarkt: Die Zahl der Stromanbieter ist in den letzten Jahren rasant angewachsen. Dies brachte jüngst die bundesweite Marktanalyse des Verbraucherportals Toptarif zutage. Demzufolge hat sich die Zahl der Versorger seit 2008 fast verdoppelt, wovon besonders die Kunden profitieren.

Der Wettbewerb um Kunden hat auf dem Strommarkt enorm zugenommen. Dies liegt daran, dass deutsche Haushalte im Schnitt zwischen 98 verschiedenen Stromanbietern auswählen können. Damit hat sich die Zahl der Stromanbieter seit 2008 fast verdoppelt, wie das Verbraucherportal Toptarif mitteilte. Im Jahr 2008 mussten dagegen nur rund 50 Stromanbieter in Konkurrenz um die Verbraucher und Marktanteile treten. Daniel Dodt, Sprecher von Toptarif erklärt den kontinuierlichen Anstieg der Stromanbieter mit expandieren Anbietern: „Neben reinen Neuanbietern und Vertriebsgesellschaften bieten auch immer mehr regionale Grundversorger und Stadtwerke ihre Produkte auch außerhalb des eigenen Versorgungsgebietes an.“

Die meisten Stromversorger in Baden-Württemberg

Allerdings ist eine weitere Beobachtung in Hinsicht auf den Strommarkt, dass teilweise große regionale Unterschiede bezüglich der Stromanbieter festzustellen sind. Mit 111 Stromanbietern sind in Baden-Württemberg die meisten Anbieter zu finden. Platz zwei teilen sich mit jeweils 108 Stromanbietern die Bundesländer Sachsen und Bayern. Auf Platz drei folgt mit 107 Stromanbietern Thüringen. Eine geringere Auswahl mit unter 90 Stromanbietern haben die Stromkunden in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Besonders gravierend sticht der Vergleich der Stromanbieterdichte bei den 100 größten Städten Deutschlands hervor. Auch hier führen Städte aus Baden-Württemberg die Liste an. Mit 120 unterschiedlichen Stromanbietern kann Esslingen am Neckar als Spitzenreiter unter den Städten mit den meisten Stromanbietern bezeichnet werden. Darauf folgen mit 114 Versorgern Stuttgart und mit 111 Anbietern Freiburg. Dagegen sind es in den deutschen Metropolen deutlich weniger Stromanbieter, die um die Gunst der Kunden buhlen müssen. Die Millionenstädte München (99), Berlin (97), Hamburg (93) und Köln (89) belegen allesamt Plätze im hinteren Spektrum.

Strompreise sinken trotz hohem Wettbewerb nicht

Die Annahme, dass die Strompreise bei hohem Wettbewerbsdruck fallen, ist jedoch weit gefehlt. Gerade der Städtevergleich macht deutlich, dass eine größere Auswahl an Anbietern nicht per se auch zu niedrigeren Strompreisen führt. So zahlt ein Musterhaushalt in Esslingen, der Spitzenstadt unter den Stromanbietern, bei einem angenommenen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Schnitt jährlich 960 Euro. In Flensburg, der Stadt mit der niedrigsten Auswahl an Stromversorgern – ingesamt nur 51 Stromanbieter – , zahlen die Kunden bei gleichem Verbrauch dagegen nur 930 Euro. In Osnabrück mit 82 Anbietern müssen sogar rund 130 Euro weniger berappt werden als in Esslingen.

Dodt erläutert dieses Phänomen damit, dass sich das Preisniveau in erster Linie an den Tarifen der örtlichen Grundversorger richte und sich daher eine höhere Zahl an Anbietern nicht eins zu eins auf die Preise niederschlage. Vorteil des größeren Wettbewerbs für den Verbraucher, so Dodt, sei, dass diese von der größeren Auswahl profitieren, da diese eine bessere Auswahl an individuelleren Tarifen ermöglicht.




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