Bezahlbares Wohnen im Alter: Institut prognostiziert Altersarmut

25. Oktober 2011 | von

Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung des Pestel Instituts besagen, dass der Bedarf an Seniorenwohnungen in den nächsten Jahren steigen wird. Immer mehr Rentner werden in Zukunft auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sein und sich ihre aktuelle Wohnung somit nicht mehr leisten können.

Aus einer Sonderauswertung der Modellrechnungen zur Veränderung der Anzahl an Seniorenhaushalten des Pestel Instituts geht hervor, dass ein Großteil der älteren Menschen in Deutschland in den kommenden Jahren über einen Wohnungswechsel nachdenken muss, da sie sich ihre jetzigen Wohnungen nicht mehr leisten werden können. Die Studie des Instituts wurde von drei Verbänden der Bau- und Immobilienwirtschaft beauftragt: dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel e.V. (BDB), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau e.V. (DGfM) und dem Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW).

Für viele deutsche Städte prognostiziert das Institut einen deutlichen Anstieg der Altersarmut bis 2020. Die meisten 55- bis 65-Jährigen, die heute von Hartz IV leben, müssen im Alter vom sozialen Netz aufgefangen werden. Auch immer mehr Menschen mit gebrochener Erwerbsbiografie müssen aufgrund von Niedriglöhnen, Phasen von Arbeitslosigkeit oder dauerhaft geringfügigen Beschäftigungen mit sinkenden Rentenbezügen rechnen. Eine nur geringe oder gar keine Altersvorsorge spielt auch eine Rolle.

Bei zunehmender Altersarmut stellt sich die Frage nach neuen Wohnformen. Für ältere Menschen, die alleine lebten, seien nur noch Wohnungsgrößen zwischen 30 und 40 Quadratmetern bezahlbar. Laut Schätzungen des Instituts müssten innerhalb der nächsten 15 Jahre etwa 1,6 Mio. barrierefreie Wohnungen geschaffen werden. Es müssen für die Seniorengeneration also kleinere, energieeffiziente und altengerechte Wohnungen bereitgestellt werden, um den körperlichen genauso wie den finanziellen Bedürfnissen der Generation 60+ gerecht zu werden.

Wohnen in den eigenen vier Wänden – auch noch im Alter erwünscht

Der Großteil der Senioren hat ein Interesse daran, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen und weitgehend selbstständig im Alltag klarzukommen, so Instituts-Mitarbeiter Matthias Günther gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. Damit ältere Menschen nicht mangels barrierefreier Wohnungen in Pflegeheime wechseln müssen, ist die Wohnungspolitik von Bund, Ländern und Kommunen gefragt. Nicht nur die Perspektive der Betroffenen spielt dabei eine Rolle, sondern auch aus Sicht der Gesellschaft ist diese Thematik relevant, denn in sehr vielen Fällen entstehen für die Allgemeinheit Pflegekosten, wenn das Vermögen der Betroffenen aufgebraucht ist.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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