Explodierende Kaufpreise in Deutschland

21. November 2011 | von

In ganz Deutschland spiegelt sich die Finanzkrise in den Immobilienpreisen: Sie schnellen allerorts explosionsartig in die Höhe. Ein Ende des Trends ist im Moment noch nicht abzusehen.

Verkäufer dürften entzückt sein: Wer zur Zeit in Deutschland ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen möchte, steht vor teils horrenden Preisen. Aufgrund der Finanzkrise ziehen die Immobilienpreise drastisch an, und es ist noch nicht abzusehen, wann diese Tendenz wieder abschwächt. Darüber hinaus ist dieses Problem nicht nur regional bedingt, sondern findet sich in ganz Deutschland.

Zweieinhalb Prozent mehr als im vergangenen Jahr muss ein Käufer für einen Quadratmeter Eigentumswohnung mittlerer Güte momentan berappen, der Schnitt liegt bei etwa 980 Euro. Durchschnittliche Einfamilienhäuser zogen um einen Prozent an, hier zahlt man zu Zeit knapp 200.000 Euro. Neubau-Eigentumswohnung in begehrter Großstadtlage sind besonders betroffen: Interessenten müssen mit einem Preisanstieg von etwa fünf Prozent rechnen, so der Immobilienverband IVD.

Kaufinteresse nach wie vor hoch

Trotzdem nimmt das Kaufinteresse nicht ab, wie Studien der Immobilienmakler von Sparkassen und Bausparkassen bestätigen, vor allem Ballungsgebiete stehen hoch im Kurs. Dies seien Auswirkungen der vergangenen Finanzkrise, wie Experten meinen: Das Kaufinteresse nehme durch eine Krise nicht ab, sie verlagere sich nur nach hinten. Ist die Lage wieder stabil, treffen Neuinteressenten und die, die ihr Kaufinteresse verschoben hatten, aufeinander. Die erhöhten Preise auf dem Immobilienmarkt sind so logische Konsequenz der Finanzkrise. Dazu kommt das zur Zeit günstige Zinsniveau, das wohl auch auf längere Sicht erhalten bleiben wird. Im Vergleich mit 2000 seien die Preise allerdings noch moderat, damals lagen diese noch 10 Prozent höher als jetzt, so die Aussage der Landesbausparkassen (LBS).

Preisanstieg wegen höherer Baukosten und bevorzugter Wohnlagen

Dass gerade Neubau-Immobilien im Fokus des Kaufinteresses stehen, liegt an der hohen Qualität: Bauträger müssen weit höhere Standards beim Bauen erfüllen als noch vor ein paar Jahren, vor allem was die Energiesparverordnungen und Normänderungen betrifft. Allerdings ziehen dadurch auch die Preise an, allein in den letzten vier Jahren sind die Baukosten für eine Wohneinheit um bis zu 40.000 Euro gestiegen. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Kaufpreise aus.

Natürlich ist auch die Wohnlage entscheidet für die Preise. Bei Eigentumswohnungen kann man grob sagen: Je höher der Wohnwert und je größer die Stadt, desto höher die Preissteigerung. Während sich in den Mittel- und Kleinstädten das Preisniveau nur um drei Prozent anhob, sind es in Städten mit über 250.000 Einwohnern schon mindestens viereinhalb Prozent. Wer sich allerdings für eine Immobilie im kleinstädtischen und ländlichen Bereich interessiert, hat Glück: Hier liegen die Preise für Eigentumswohnungen momentan fast ein Drittel niedriger als vor zehn Jahren.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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