Eigentümer zahlen mehr Heizkosten als Mieter

7. Dezember 2011 | von

Wohneigentümer produzieren 63 Prozent des Energieaufwands aller Haushalte in Deutschland. Dies ergab die Sonderauswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes durch das Berliner Forschungsinstitut empirica im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS). Dies liegt vor allem an den meist größeren Wohnflächen von Eigentumsimmobilien. Laut LBS sind verstärkte Förderanreize unabdingbar, will man die gesteckten Klimaziele erreichen.

Deutschland hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt in Sachen Klimaschutz: Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent verringert werden. Dies wird nur unter Mithilfe der 17 Millionen Wohneigentümer umsetzbar sein, wie das Resümee der Sonderauswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes zeigt. Die Studie des Berliner Forschungsinstituts empirica im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS) ergab, dass 63 Prozent des Energieaufwands von Immobilieneigentümern produziert wird.

In Kosten ausgedrückt zahlten die deutschen Haushalte 2008 insgesamt 38,8 Milliarden Euro für Heizenergie, im Durchschnitt monatlich 82 Euro, also knapp 1.000 Euro im Jahr. Im laufenden Jahr 2011 liegen die Haushaltsenergiepreise um mindestens sechs Prozent höher, die 1.000-Marke dürfte also überschritten werden, trotz des Vorantreibens von Energie-Einsparmaßnahmen im Gebäudebestand.

Eigentümer zahlen deutlich mehr als Mieter

Der Unterschied der Kosten von Mietern und Eigentümern ist laut Studie frappierend: Während die Mieter etwa 55 Euro zahlen, müssen die Eigentümer mit 116 Euro gut doppelt so tief in die Tasche greifen. Grund ist vermutlich die im Schnitt deutlich größere Wohnfläche von Eigentumsimmobilien: Mit 117 Quadratmetern liegen die selbstgenutzten Eigenheime rund 70 Prozent über der durchschnittlichen Mietfläche (69 Quadratmeter). Die wenig höheren Heizkosten pro Quadratmeter im Wohneigentum (0,99 Euro statt 0,80 Euro in Mietwohnungen) schlagen hier kaum zu Buche.

Weiterer Faktor: Die Wohneigentumsquote ist bei „älteren“ Haushalten weitaus höher als bei jüngeren Deutschen. Darüber hinaus leben überdurchschnittliche viele betagtere Eigentümer in nicht modernisierten Gebäuden mit schlechterer Energiebilanz. Forscher bestätigen zudem, dass diese Bevölkerungsgruppe eine höhere „Wohlfühltemperatur“ benötigt, und das quasi rund um die Uhr. Dies bedeute eben auch einen höheren Energiebedarf.

Energetische Sanierungen müssen auch weiterhin vorangetrieben werden

Vor allem bessere Heizungen und Wärmedämmung wären notwendig, um die umweltpolitisch gesteckten Ziele wie Klimaschutz und Ressourcenschonung zu erreichen. Dies spricht für die Verbesserung der energetischen Gebäudeeffizienz, die sich auch langfristig finanziell auszahlt: Gesparte Heizkosten bedeuten gespartes Geld. Die LBS plädiert daher für den Ausbau von Beratungsangeboten und verstärkte Förderanreize. Vor allem die momentan diskutierte steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung stelle eine gelungene Möglichkeit dar. Nach Angaben von LBS Research sind nämlich viele Immobilienbesitzer bereit, das Wohneigentum energetisch zu modernisieren und verfügen auch zumindest teilweise über die finanziellen Mittel. Es bedarf nach Einschätzung der LBS also keiner Mietrechtänderung, sondern vermehrter Fördermittel.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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