Weitere Mietsteigerungen in Berlin

8. Dezember 2011 | von

Die Mietpreise in der Hauptstadt ziehen weiter an. Wieder sind einige Bezirke mehr betroffen als andere, wie der Marktmonitor 2011 nachweist. Welche Wohngegenden sind für Neuberliner erschwinglich?

Von steigenden Mietpreisen ist auch die deutsche Hauptstadt betroffen. Dies gilt nicht für alle Bezirke gleich: Während Friedrichshain-Kreuzberg kräftig anzieht, müssen Neuberliner in Marzahn-Hellersdorf, Neukölln oder Reinickendorf nicht ganz so tief in die Tasche greifen. Zu diesem Ergebnis kam der Marktmonitor 2011 des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU).

Leichtere Steigerungen der Bestandsmieten

BBU-Vorstand Maren Kern bezeichnet die Tendenz gegenüber der BZ insgesamt als „moderate Erhöhung“: Die Nettokaltmiete des Wohnungsbestands des Verbands stiegen 2010 um durchschnittlich 2,3 Prozent. Das entspricht einer durchschnittlichen monatlichen Kaltmiete von 4,92 Euro pro Quadratmeter und liegt damit 29 Cent unter dem Mietspiegelmittelwert dieses Jahres (5,21 Euro/Quadratmeter).

In einigen Bezirken schlagen die Mieterhöhungen für Bestandsmieten deutlicher zu Buche als in anderen. Unabhängig von der Höhe der Mietsteigerung zahlt man den höchsten Mietzins in Charlottenburg-Wilmersdorf (5,35 Euro/Quadratmeter), Steglitz-Zehlendorf (5,27 Euro/Quadratmeter) und Friedrichshain-Kreuzberg (5,13 Euro/Quadratmeter). Besonders günstig wohnt es sich in Marzahn-Hellersdorf (4,54 Euro/Quadratmeter) und Reinickendorf (4,64 Euro/Quadratmeter). Betroffen von besonders rasanten Preissteigerungen ist der Bezirk Neukölln, der sich zum Szenebezirk mausert (2,8 Prozent Steigerung, also 13 Cent).

Deutliche Steigerungen bei Neuvermietungen

Ein anderes Bild zeichnet sich ab, wenn man sich auf neu abgeschlossene Mietverträge konzentriert: Auch beim BBU liegen die Mietpreise hier deutlich über dem Mietspiegel (5,21 Euro/Quadratmeter). Der Durchschnitt der 34.000 untersuchten Neuverträge liegt mit 5,48 Euro kalt ganze vier Prozent höher als im Jahr 2010. So rasant haben die Preise bisher noch nie angezogen. „Angesichts dieser Zahlen kann von Neuvertragsmietensteigerungen von 30 und mehr Prozent keine Rede sein,“ relativiert Kern allerdings die Situation.

Auch bei den Neuvermietungen zeigen sich Unterschiede unter den Bezirken. Marzahn-Hellersdorf mit 4,78 Euro und Reinickendorf mit 5,03 Euro pro Quadratmeter bewegen sich am unteren Ende der Preisskala und sind daher für Neuberliner interessant. Charlottenburg-Wilmersdorf (durchschnittlich 6,21 Euro) und Friedrichshain-Kreuzberg (6 Euro/Quadratmeter) liegen dagegen deutlich über dem Mietspiegel. Dabei sind hier auch Spitzenmieten für bis zu 12,74 Euro Kaltmiete in Charlottenburg und 9,80 Euro in Friedrichshain-Kreuzberg für gut sanierte Immobilien zu finden. In Prenzlauer Berg werden für vergleichbare Objekte 11,25 Euro pro Quadratmeter verlangt. Neuköllns Spitzenmieten von 8,30 Euro holen hier deutlich auf.

Änderungen auf dem Arbeitsmarkt als Ursachen für Mietsteigerungen

Die Preisentwicklung nach oben ist von Faktoren wie sinkender Arbeitslosigkeit und steigenden Einnahmen beeinflusst. „Besonders erfreulich ist die Einkommensentwicklung in Neukölln“, so Kern. Trotz positiver Tendenzen ist aber festzustellen, dass die innerstädtischen Bezirke eher von Arbeitslosigkeit und niedrigen Löhnen betroffen sind und für dieses Klientel der bezahlbare Wohnraum immer knapper wird. Zahlen von Jobcentern zeigen eindeutig die Wanderungsbewegungen in die Außenbezirke.

Für den Marktmonitor wurden Daten von rund 900.000 Bestands- und Neuverträgen der Mitgliedsverbände erhoben. „Mit ihrer großen Datentiefe bilden unsere Zahlen die Situation auf dem Mietwohnungsmarkt genau ab. Der Marktmonitor ist damit der Mietenwegweiser der Hauptstadtregion“, so Kern. Der BBU ist mit einem Anteil von 40 Prozent an den Mietwohnungen der Stadt der größte Dachverband Berlins.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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