Maklerprovision: SPD fordert gerechte Aufteilung

25. Januar 2012 | von

Die Hamburger SPD und Grüne planen eine Neuregelung der Kostenübernahme von Maklerprovisionen. Demnach sollen Mieter und Vermieter die Kosten zu gleichen Teilen übernehmen.

Die Makler-Provision wird neu verhandelt

Die Makler-Provision wird neu verhandelt. Foto: istockphoto

Bereits im November letzten Jahres hatte die GAL Hamburg in Hinsicht auf die Maklercourtage die Durchsetzung des Bestellerprinzips – Wer vermietet, soll voll zahlen – gefordert. Nun zieht die SPD mit einer moderateren Forderung nach. Vorgesehen ist, die anfallenden Provisionszahlungen für Makler zugunsten von Mietern neu zu regeln. Im Klartext: Vermieter und Mieter sollen sich künftig die Kosten für die Maklercourtage fifty-fifty teilen. Dies kündigte die SPD am Montag in einer Bundesratsinitiative an.

Dass die Diskussion gerade in Hamburg neu aufgerollt wurde überrascht nicht, zählt der Hamburger Wohnungsmarkt zu einem der stark umkämpften in Deutschland. Freie Wohnungen werden hier in der Mehrzahl im Auftrag von Vermietern durch Makler vermittelt. Die Courtage liegt dabei nicht selten im vierstelligen Bereich und wird zumeist von den Mietern allein getragen. Dr. Anjes Tjarks, wirtschaftspolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion, finden, dass „Mieterinnen und Mieter in Hamburg tausendfach schamlos abgezockt werden.“ Sie begrüße es daher, „dass die SPD diesen Missstand endlich erkannt hat und aufgrund unserer Initiative das Thema jetzt aufgreift.“

Vorschlag in Anpassung an schwarz-gelbe Regierung

Der Vorschlag der SPD, die Kosten für die Maklercourtage gleichmäßig aufzuteilen, geht der GAL jedoch nicht weit genug, weswegen die Fraktion nach wie vor an dem Bestellerprinzip festhält. Ein weiteres Problem sind nach Auffassung der GAL die vielen schwarzen Schafe unter den Maklern, da der Maklerberuf gesetzlich nicht geschützt ist. Daher fordert die GAL eine verbindliche Ausbildung für Makler. SPD-Stadtentwicklungsexperte Andy Grote räumte ein, dass der Mittelweg mit der Teilung der Courtage auch deshalb vorgeschlagen wurde, weil ein Prinzip, wie es die GAL vorsieht, im Bundestag wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt sei. Dem SPD Vorschlag rechnet Grote mehr Chancen aus, vor der schwarz-gelben Bundestagsmehrheit zu bestehen und somit eine bundesweite Neuregelung des Gesetzes zur Wohnungsvermittlung zu erzielen.

Makler-Organisation IVD skeptisch

Während der Mieterverein Hamburg den SPD Vorschlag begrüßt, äußerte sich der Immobilienverband Deutschland (IVD) kritisch gegenüber dem Vorhaben. Wie NDR.de berichtete, gab der IVD-Nord-Vorsitzende Axel Kloth zu bedenken, dass unseriöse Vermieter die entstehenden Mehrkosten für die Courtage auf die Miete umlegen könnten. Eine weitere Gefahr sei auch, dass Makler ihre Leistungen dem Vermieter kostenlos anbieten, bei den Mietern hingegen illegal die volle Maklerprovision einstreichen könnten. Des Weiteren verwies Kloth gegenüber NDR.de darauf, dass eine gesetzliche Vereinheitlichung zur Maklercourtage auch deswegen bedenklich sei, da in Gebieten, wo viele Immobilien leer stehen, bereits jetzt der Vermieter für die Maklercourtage aufkommt und vergleichsweise geringe Mieten verlangt werden. Wenn dann die Mieter die Hälfte davon übernehmen sollen, werde es wahrscheinlich noch schwieriger, in zumeist ländlich geprägten Regionen Immobilien zu vermieten.

Neben der Reformierung der Maklercourtage plant die SPD außerdem eine Eindämmung der Mietkosten im Zuge von Neuvermietungen. Besonders Makler in Metropolen wie München bekommen bei Neuvermietungen angesichts der Preissprünge den Unmut der Mieter zu spüren. Kosten, die weit über dem Mietspiegel liegen sollen demzufolge unzulässig sein. Außerdem plant die SPD Mieter bei Zahlungen für energetische Sanierungen zu entlasten wie welt.de berichtete.




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