Wechsel auf Ökostrom – was Verbraucher beachten sollten

1. Februar 2012 | von

Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat die deutschen Verbraucher in Sachen Energie zum Umdenken gebracht: Kurz nach der Havarie gab es einen regelrechten Run auf ökologisch produzierten Strom. Doch nicht jeder Ökostromtarif bringt den Ausbau erneuerbarer Energien wirklich voran – worauf Verbraucher achten sollten.

Wechsel auf Ökostrom: Was Verbraucher beachten sollten. Foto: Petra Bork  / pixelio.de

Wechsel auf Ökostrom: Was Verbraucher beachten sollten. Foto: Petra Bork / pixelio.de

Bei ökologisch produziertem Strom handelt es sich üblicherweise um Energie aus regenerativen Quellen. Dazu gehören Windkraft und Solarenergie, Wasserkraft, aber auch Holzpellets oder Holzabfälle.

Eine andere Möglichkeit ist die Produktion von Ökostrom durch Kraft-Wärme-Kopplung. Verbraucher sollte dabei allerdings berücksichtigen, dass Energie durch KWK-Kraftwerke oft als Nebenprodukt beim Verbrennen fossiler Energieträger gewonnen wird. Gegenüber der Stromerzeugung durch Kohle kann aber auch die Kraft-Wärme-Kopplung mit einer deutlich besseren Effizienz punkten.

Ökostrom muss nicht teuer sein

Einer der geläufigsten Vorurteile gegen über ökologisch produzierten Strom ist der höhere Preis gegenüber konventionell produziertem Strom. Oft sind die Haushalte sogar bereit, für einen entsprechenden Stromtarif etwas tiefer als bisher in die Tasche zu greifen. Das ist aber vielfach gar nicht nötig, denn der Wettbewerb auf dem Strommarkt hat zu günstigen Preisen geführt, die durchaus mit den Preisen für konventionellen Strom mithalten können. In vielen Fällen ist zertifizierter Ökostrom sogar günstiger als der Standardtarif des örtlichen Grundversorgers. Da ein Großteil der Haushalte noch nie den Stromanbieter gewechselt hat, kann mit Ökostrom in manchen Fällen sogar Strom gespart werden.

Worauf beim Wechsel zu Ökostrom zu achten ist

Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom, das müssen sich Verbraucher vor dem Wechsel bewusst machen. Neben der Unterscheidung zwischen „echtem“ Ökostrom und KWK-Strom sollten Verbraucher auch beim Anbieter genau hinsehen. Wer den zügigen Ausbau erneuerbarer Energien forcieren möchte, sollte einen Stromanbieter, der einen Teil des Strompreises in neue Ökostromprojekte steckt, am besten mehr als die Vorgaben des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) verlangen. Zudem sind viele Anbieter Tochterunternehmen großer Stromkonzerne, die weiterhin auf Atomstrom und fossile Energieträger setzen. Wer konsequent auf die Energiewende setzt, sollte nach unabhängigen Unternehmen suchen. Besonders empfehlenswert sind Unternehmen, die den Bau neuer Ökostrom-Kraftwerke forcieren, die bisher noch nicht durch das EEG gefördert werden.

Einen schnellen Überblick über Güte und Herkunft des Ökostroms bieten Zertifikate und Label. Diese sollen garantieren, dass die Tarife gewisse Anforderungen erfüllen müssen. Aber auch hier lauern Fallen: Nicht jedes Siegel garantiert 100%igen Ökostrom. Empfehlenswert sind jedoch das „Grüner Strom Label“ und „ok power-Label“, die von unabhängigen Instituten vergeben werden.

Dena fordert gemäßigten Ausbau erneuerbarer Energie

Die Deutsche Energie Agentur (dena), ein halbstaatliches Unternehmen, das zum Teil durch die vier großen Energiekonzerne finanziert wird, fordert allerdings, dass Ökostrom-Anlagen in geringerem Maße als bisher ausgebaut werden. Der planlose Ausbau dieser Anlagen sorge dafür, dass massive Probleme entstehen könnten, so die dena. Der Abtransport von Strom aus Windkraft sei in manchen deutschen Bundesländern nicht gewährleistet. Viele Anlagen würden umsonst laufen, da nicht mehr Strom eingespeist werden könne, als verbraucht würde. Es reiche demnach nicht mehr aus, die Fördersätze anzupassen, sondern der Bau neuer Anlagen für erneuerbare Energien müsse geplant erfolgen.

Die Dena fordert deshalb, dass der Entwicklungsplan für das Stromnetz künftig zur Steuerung des Neubaus entsprechender Anlagen hinzugezogen werden solle. Diesen Plan soll die Bundesregierung noch im Frühjahr 2012 vorlegen, so die Aussagen der Dena.




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