Energiewende vor dem Aus?

7. Februar 2012 | von

Die Devise der Bundesregierung lautet weiter: Sparkurs. Statt der angekündigten 1,5 Milliarden Euro sollen in diesem Jahr lediglich 900 Millionen Euro für das Gebäudesanierungsprogramm zur Verfügung stehen. Der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) sehen die Energiewende in Gefahr.

Energiewende: Mieterbund fordert weitere finanzielle Anstrengungen. Foto: Fersing  / pixelio.de

Energiewende: Mieterbund fordert weitere finanzielle Anstrengungen. Foto: Fersing / pixelio.de

Den Angaben der Bundesregierung zufolge soll die Sanierungsquote bei Wohnimmobilien im Rahmen der geplanten Energiewende auf 2 Prozent pro Jahr angehoben und damit verdoppelt werden. Dazu allerdings müsste, so das Resümee verschiedener Experten, auch die öffentliche Förderung mit Hilfe des Gebäudesanierungsprogramms verstärkt ausgebaut werden.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Statt den angekündigten 1,5 Milliarden Euro soll der Finanzrahmen für das Gebäudesanierungsprogramm in diesem Jahr lediglich 900 Millionen Euro umfassen. Angesichts dessen äußerte DMB-Direktor Lukas Siebenkotten seine Besorgnis über das Gelingen der Energiewende. Diese drohe, bevor sie überhaupt in Gang gesetzt worden ist, zu scheitern, so das Urteil Siebenkottens zum finanziell zusammengeschrumpften Budget des Sanierungsprogramms.Ohne umfassende öffentliche Förderung seien energetische Sanierungen von Wohngebäuden nicht finanzierbar.

5 Millionen jährlich erforderlich

Um das Ziel der 2 Prozent Marke zu erreichen, seien jährlich Förderungen von rund 5 Millionen Euro vonnöten. Erst dann sei die Verdoppelung der Sanierungsquote realistisch, so der DMB-Direktor. Überdies kritisierte Siebenkotten die Unbeständigkeit der Bundesregierung. Die stets neuen Versprechungen und Ankündigungen, sowie die darauf folgenden Korrekturen und Streichungen führen einzig zur Verunsicherung von Mietern und der Wohnungswirtschaft gleichermaßen. Daher forderte Siebenkotten von der Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen und eine stete Förderpolitik.

Klarheit schaffen zu steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten

Auch Axel Gedaschko, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des GdW Bundesverbandes forderte die Regierung dazu auf, endlich Verlässlichkeit in Hinsicht auf die Energiewende zu schaffen. Schließlich können auch die Wohnungs- und Immobilienunternehmen nur eine Entscheidung für die energetische Sanierung treffen, wenn diese auf Planungssicherheit und eine verlässliche Mittelausstattung der Förderprogramme zählen können. Auch Gedaschko befürchtet als Folge des zusammengeschrumpften Förderbetrags im Zuge niedrigerer Einnahmen aus Energie- und Klimafonds irreparable Schäden für die Energiewende. Er appellierte darüber hinaus an den Vermittlungsausschuss, endlich zu einem positiven Ergebnis in puncto steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen zu gelangen. Die Energiewende könne nur funktionieren, wenn KfW-Förderung sowie steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten ausreichend verfügbar seien, so der BSI-Vorsitzende.

Doch egal, inwiefern die energetische Modernisierung in Zukunft steuerlich gefördert wird – die Immobilie energetisch auf den neuesten Stand bringen bleibt eine kostspielige Angelegenheit. Private Bauherren können dabei auf einen Modernisierungskredit zurückgreifen, sollten vorher in jedem Fall die Angebote vergleichen.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Energie, Immobilien kaufen, Ratgeber, Wochen-Themen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>