Wohnen in der hessischen Landeshauptstadt ist nach wie vor teuer

8. Februar 2012 | von

Der aktuelle 11. Mietspiegel für Wiesbaden und der 5. Mietenreport des Mieterbundes belegen es: seit 1980 sind die Mieten in der Kurstadt um satte 180 Prozent gestiegen. Damit zählt Wiesbaden zu den teureren Wohn-Pflastern in Hessen.

Wiesbaden bleibt ein teures Pflaster. Foto: Wolfgang Pehlemann, Lizenz cc-by-sa

Wiesbaden bleibt ein teures Pflaster. Foto: Wolfgang Pehlemann / wikimedia / cc-by-sa 2.5

Eigentlich sollte der neue Wiesbadener Mietspiegel dieses Mal durch ein Darmstädter statistisches Institut ermittelt werden. Hinderungsgrund dafür waren jedoch die zu erwarteten Ausgaben in Höhe von rund 80.000 Euro, wie der Mieterbund schätze. Am Dienstag ist nun die 11. Fortschreibung des Wiesbadener Mietspiegels in Kraft getreten. Erstellt wurde dieser wie in den vorangegangenen Jahren durch die Eigentümergesellschaft Haus&Grund, den Mieterbund Wiesbaden sowie durch die Sachverständigen für Mieten und Pachten und die Stadtverwaltung Wiesbaden. Rund 16.000 Fragebögen wurden im Zuge der Ermittlung des aktuellen Mietspiegels verschickt mit dem ernüchternden Rücklauf von lediglich 9.000 Fragebögen.

Das Ergebnis des Mietspiegels ist kaum überraschend, so sind die Mieten in Wiesbaden stetig gestiegen. In den letzten sechs Jahren konnte eine Preissteigerung von 8 Prozent verzeichnet werden. Für eine Altbauwohnung ohne Bad, die niedrigste Kategorie der Aufstellung, muss aktuell von einem Quadratmeterpreis von rund 5 Euro ausgegangen werden. In der höchsten Kategorie klettert der Quadratmeterpreis auf 12,16 Euro. Im Allgemeinen lässt sich besonders bezüglich der Altbauten, die das Wiesbadener Innenstadt-Gebiet prägen, eine rege Mietpreisentwicklung bemerken. Lag der durchschnittliche Mietpreis 1980 noch bei rund 2,90 Euro je Quadratmeter, müssen jetzt im Schnitt 8,16 veranschlagt werden – ein Anstieg von 180 Prozent. Für Mieterbund Geschäftsführer Jost Hemming ist diese Entwicklung nicht neu, Wiesbaden sei und bleibe ein teures Pflaster. Da bezahlbarer Wohnraum in Wiesbaden knapp ist, forderte Hemming die Wiesbadener Koalition dazu auf, aktiv zu werden.

Mietpreise für Neubauwohnungen stark gestiegen

Gleichzeitig legte der Mieterbund auch den 5. Mietenreport für Wiesbaden vor. Daraus geht hervor, dass sich die Mieten in den letzten dreißig Jahren im Durchschnitt beinahe verdreifacht haben. Allerdings seien die Preissteigerungen in den letzten sechs Jahren mit einem jährlichen Anstieg von 1,36 Prozent moderat. Trotzdem verwies Hemming darauf, dass die Kosten für eine Wiesbadener Wohnung nicht zu unterschätzen sind. So zahlt man für eine circa 80 Quadratmeter Wohnung eine Miete von rund 650 Euro. Dazu kommen dann noch Nebenkosten von mindestens 170 Euro. Damit müssten viele Wiesbadener im Schnitt beinahe 40 Prozent ihres verfügbaren Nettoeinkommens ausschließlich für die Wohnungsmiete ausgeben, so Hemming.

Am meisten sind die Mieten von Neubauwohnungen, die ab dem Jahr 2000 errichtet wurden, gestiegen. Lagen die Mietpreise hier im Jahr 2006 noch bei 9,39 Euro je Quadratmeter, werden nun 10,22 Euro verlangt. Dies bedeutet einen Anstieg von 8,8 Prozent. Auch bei großen Wohnungen ist ein enormer Anstieg der Mieten zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2006 sind für Wohnungen ab 60 Quadratmetern Preisanstiege von durchschnittlich 10,1 Prozent zu notieren.




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