Mahnwache gegen Gentrifizierung vor Liebig 14

9. Februar 2012 | von

Anhänger der linken Szene demonstrierten am Donnerstag gegen die steigende Gentrifizierung in Berlin und erinnerten mit einer Mahnwache an die Räumung des alternativen Wohnprojektes in der Liebigstraße 14 in Friedrichshain.

In Friedrichshain wird gegen Getrifizierung demonstriert. Foto: Marc Tollas  / pixelio.de

In Friedrichshain wird gegen Getrifizierung demonstriert. Foto: Marc Tollas / pixelio.de

Gentrifizierung, ein Stichwort, das in Berlin in der Vergangenheit heftig diskutiert wurde. Für die einen bedeutet es die Verschönerung des Wohngebietes, für die anderen die Verdrängung der alternativen Szene aus Berliner In-Vierteln, die ihren Ruhm zumeist der Szene zu verdanken haben und so überhaupt erst zu attraktiven Wohngebieten avanciert sind. Auf diese Weise werden zumeist die sozial schwachen Anwohner aus den Innenstadtbezirken in die Randbezirke gedrängt, da diese nicht mehr für die teureren Mieten aufkommen können. Zum Reizthema wurde die Gentrifizierung nicht zuletzt durch die Räumung des Hauses in der Liebigstraße 14 am 2. Februar 2011. Damals kam es zwischen der Polizei und Besetzern sowie den Anwohnern zu Ausschreitungen. Etwa 2.500 Polizeibeamte und Wasserwerfer waren im Einsatz, um die Besetzer aus dem verbarrikadierten Wohnhaus herauszuholen. Dabei wurden insgesamt 82 Menschen festgenommen und 61 Polizisten verletzt.

An diese Räumung haben nun vergangenen Donnerstag etwa 50 Demonstranten aus der linken Szene sowie ehemalige Anwohner erinnert. Damit jedoch nicht genug, auch am Samstag protestierten etwa 1.200 Sympathisanten gegen steigende Mieten und die Verdrängung sozial Schwacher aus den Innenstadtbezirken unter dem Motto „Return of the Living Dead!“. Mit Plakatsprüchen wie „Finger weg von unseren Häusern“ gerüstet, marschierten sie als Zombie-Zug vom Bersarinplatz los und weiter durch Friedrichshain über und um die Frankfurter-Allee bis in die Rigaer Straße. In die Liebigstraße konnten die Protestler jedoch nicht vordringen, da diese durch die Polizei abgeriegelt wurde. Insgesamt bleiben die Demonstrationen friedlich, nicht nur wegen des recht großen Polizeiaufgebotes und seiner Deeskalationstaktik vergleichbar mit dem 1. Mai, sondern auch wegen der eisigen Kälte. So löste sich die Versammlung nach circa 2 Stunden und mit Erreichen der Rigaer Straße schnell auf.

Zu befürchten ist, dass diese Demonstrationen erst den Auftakt im Feldzug gegen die Gentrifizierung darstellen. So hatte man die Teilnehmer dazu ermuntert, auch gegen die Räumung des Clubs „Schokoladen“ in der Ackerstraße in Berlin Mitte auf die Straße zu gehen. Diese soll am 22. Februar vonstattengehen.




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