Elbphilharmonie: Dachkonstruktion soll sicher sein

14. Februar 2012 | von

Dem langandauernden Streit um die Kosten für die Bauzeitverlängerungen der Hamburger Elbphilharmonie ist vorläufig ein Ende gesetzt, nun verzögert die Diskussion um die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion den Weiterbau.

Elbphilharmonie Hamburg: Weiter Ärger um die Dachkonstruktion. Foto: © Herzog & de Meuron

Elbphilharmonie Hamburg: Weiter Ärger um die Dachkonstruktion. Foto: © Herzog & de Meuron

Von Beginn an gehörten zum Projekt Elbharmonie im Hamburger Hafen etliche Termin- und Bauverzögerungen sowie gegenseitige Anklagen vom zuständigen Baukonzern und der Stadt. Diese mündeten in einer Klage der Stadt Hamburg, der Bauherrin des Monsterprojektes, gegen den ausführenden Bauträger Hochtief um Schadenersatz wegen Bauverzögerungen in Höhe von 40 Millionen Euro. Dabei hatte die Stadt eingeräumt, für eine Verzögerung von 3 Monaten verantwortlich zu sein. Die Bauverzögerung von weiteren 11 Monaten jedoch ist nach Ansicht der Stadt dem Bauträger anzulasten. Das Hamburger Landgericht hat der Klage stattgegeben. Das Gericht wird nun die Verantwortlichkeiten für die Bauverzögerungen aufklären. Das Ende der Fahnenstange ist damit jedoch noch lange nicht in Sicht, denn die verhandelten Verzögerungen betreffen lediglich den Zeitraum bis zum bald ablaufenden ursprünglichen Fertigstellungstermin am 28. Februar 2012. Die Fertigstellung des Projektes wird sich jedoch voraussichtlich um mindestens 2 weitere Jahre, also bis 2014, hinausziehen. Für diese Bauverlängerung wird ebenfalls zu klären sein, welche Institution die Verantwortung und damit die Mehrkosten übernehmen wird. Fest steht jedenfalls, dass die Elbphilharmonie die Stadt Hamburg mit derzeit rund 323 Millionen Euro belastet.

Trotz BSU-Gutachten Streit um Dachkonstruktion noch nicht endgültig beigelegt

Damit jedoch nicht genug, denn die Bauverzögerungen gingen vor kurzem in eine zweite Runde. Zweifel an der Statik der aufwendigen Dachkonstruktion durch den Bauträger haben in den vergangenen 3 Monaten das Projekt erneut zu einem Stillstand gebracht. Hochtief hatte angezweifelt, dass das Gebäude die aufwendige Dachkonstruktion inklusive der weiteren Ebenen, Lüftungsanlagen, Technik und Kabel nicht unbeschadet werde tragen können – immerhin ist die Rede von einer circa 8.000 Tonnen schweren Konstruktion. Es handelt sich bei den Bedenken zwar nicht um eine Gefahr für die künftigen Konzerthausbesucher, sondern vielmehr um die Gefahr von Rissen in den Saalwänden, die mit einer besonderen Beschichtung versehen sind, die einen optimalen klang garantieren soll. Diese Zweifel an der unbeschadeten Ablassung der bislang auf Stahlträgern ruhenden Dachkonstruktion, die auf Gutachten verschiedener, von Hochtief beauftragter Baustatiker zurückgehen, ließen den Weiterbau stillstehen. Die Stadt hält dagegen mit eigenen Gutachten, die keinen Zweifel an der Tragfähigkeit und Sicherheit der Dachkonstruktion wecken und wartet darüber hinaus mit den gültigen Baugenehmigungen auf. Die Diskrepanzen führten zur Einschaltung der Stadtentwicklungsbehörde bereits im September letzten Jahres. Die BSU und die zuständigen Prüfingenieure sind nun zu dem Ergebnis gelangt, dass die Dachkonstruktion sicher ist.

Wiederaufnahme der Bauarbeiten weiterhin ungewiss

Zwar hat Hochtief diesbezüglich geäußert, dass der zügige Weiterbau am Dach der Elbphilharmonie auch in ihrem Interesse sei, doch wird das Prüfergebnis nach wie vor in Zweifel gezogen. Grund dafür ist, wie welt.de berichtet, dass sich die BSU nach Ansicht von Hochtief nicht ausreichend mit dem von Hochtief vorgelegten Gutachten beschäftigt habe. Außerdem weigere sich die Elbphilharmonie Bau KG weiterhin, die eigenen Berechnungen an Hochtief zur Einsicht weiterzureichen. Deswegen seien für Hochtief die Zweifel noch lange nicht ausgeräumt. Um sich abzusichern, will Hochtief nun prüfen, mit welchen rechtlichen Konsequenzen zu rechnen ist, wenn Hochtief den Weiterbau zwar den Baugenehmigungen entsprechend fertigstellt, es aber letztlich doch zu Schäden kommen sollte. Weil dies nach wie vor in den Sternen steht, bleibt weiter im Argen, wann die Arbeiten an der Elbphilharmonie tatsächlich weitergehen können.




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