OECD-Vorschlag: Steuern auf Immobilien anheben

17. Februar 2012 | von
OECD schlägt höhere Mehrwert- und Immobiliensteuer vor. Foto: Andrea Kusajda  / PIXELIO OECD schlägt höhere Mehrwert- und Immobiliensteuer vor. Foto: Andrea Kusajda / PIXELIO

Die OECD schlägt in ihrer aktuellen Studie zur deutschen Wirtschaft einen Umbau des Steuersystems vor. Demnach sollen die Mehrwertsteuer und die Steuern auf Immobilien und Konsum erhöht, die Lohnsteuer dagegen gesenkt werden.

OECD schlägt höhere Mehrwert- und Immobiliensteuer vor. Foto: Andrea Kusajda  / pixelio.de

OECD schlägt höhere Mehrwert- und Immobiliensteuer vor. Foto: Andrea Kusajda / pixelio.de

Nach Auffassung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden die deutschen Arbeitnehmer in zu großem Ausmaß mit Abgaben und Steuern belastet. Deshalb schlägt die OECD in ihrer aktuellen Studie der Bundesregierung ein neues Steuermodell vor. Dieses sieht vor, die Mehrwertsteuer sowie die Steuern für Immobilien und Konsum anzuheben, um die Einnahmen des Fiskus zu erhöhen und den Wachstum anzukurbeln. Letzteren schätze die OECD für 2012 auf lediglich ein halbes Prozent. Grund dafür sind nicht zuletzt die schwächere Weltkonjunktur sowie die Unsicherheiten im Zuge der Euro-Schuldenkrise.

Kein negativer Einfluss auf Wachstum durch Steueranhebung für Immobilien

Gerade im Bereich der Immobilien verschenke die Bundesregierung enormes Potential an Steuereinnahmen. Diese bestreiten derzeit lediglich rund 1 Prozent des gesamten Steueraufkommens. Im Vergleich zum OECD-Schnitt, der dreimal so hoch angesiedelt ist, sind die Steuern auf Immobilien in Deutschland daher als moderat zu bezeichnen. Dabei deklarierte die OECD, dass der Vorteil der Steueranhebung im Immobiliensektor darin liege, dass diese – im Vergleich zu anderen Steuerarten- sich weniger negativ auf das Wachstum auswirken würde.

OECD schlägt Anhebung der Mehrwertsteuer vor

Besonders die hohen Sozialversicherungsbeiträge und die Fokussierung der Besteuerung auf das Einkommen seien Indikatoren, die das Wachstum bremsen. Daher sieht das Modell der OECD eine Senkung der Lohnsteuer vor, die mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer wieder aufgefangen werden soll. Zwar wurde die Mehrwertsteuer im Jahr 2007 um drei Prozent von 16 auf 19 Prozent erhöht, sie beträgt jedoch noch immer weniger als in anderen EU-Ländern. Aktuell betragen die Steuereinnahmen, die durch Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträge eingenommen werden, rund 64 Prozent des gesamten Steueraufkommens. Der OECD-Schnitt, der sich aus dem Mittelwert der 34 in der OECD zusammengeschlossenen Industriestaaten ergibt, liegt dagegen bei 52 Prozent.

Als ein großes Problem stufte die OECD auch die ermäßigte Besteuerung von Lebensmitteln ein. Durch den niedrigeren Steuersatz in Höhe von 7 Prozent entgehen der Staatskasse Einnahmen, die sich auf einen zweistelligen Milliardenbetrag belaufen.




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