Testfamilie zieht in Ökohaus ein

21. März 2012 | von

Ein moderner, steril aussehender Betonklotz in Berlin-Charlottenburg – das ist das umweltfreundlichste Einfamilienhaus der Hauptstadt. Eine Familie durfte jetzt in das „Effizienzhaus Plus“ einziehen. Für ein Jahr soll sie testen, ob das Haus nicht nur umwelt-, sondern auch nutzerfreundlich ist.

Energiehäuser sind unabhängig von externen Stromquellen. Foto: Luise  / pixelio.de

Energiehäuser sind unabhängig von externen Stromquellen. Foto: Luise / pixelio.de

Jörg Welke, Simone Wiechers, die zwölfjährige Freyja und der achtjährige Lenz tauschen ihre Altbauwohnung in Prenzlauer Berg gegen eine ungewöhnliche Behausung in der Charlottenburger Fasanenstraße. Das Haus ist das Ergebnis eines Wettbewerbs von Hochschulen und Planungsbüros und wurde Ende 2011 von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) eröffnet. Das Besondere: Es ist mit innovativer Gebäudetechnik ausgestattet und hat eine durch und durch gedämmte Fassade, zum Heizen und zur Stromerzeugung werden erneuerbare Energien genutzt. Rund um die Uhr kann die Familie Welke/Wiechers aktuelle Informationen von einem Bildschirm ablesen, zum Beispiel, wie viel Energie durch Sonneneinstrahlung gewonnen wird. Das dürfte nicht wenig sein, denn fast hundert Quadratmeter Dachfläche und die gesamte Südseite des Hauses sind mit Photovoltaikmodulen bedeckt. So können jährlich rund 16.500 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Nicht nur im Haus können Welke/Wiechers nun ein Jahr lang ordentlich sparen, auch auf dem Weg zur Arbeit ist Klimaschutz angesagt. Ein Teil des überschüssigen Stroms, der am Effizienzhaus erzeugt wird, kann für Elektroautos genutzt werden – zwei davon wurden der Familie für die Dauer ihres Aufenthaltes zur Verfügung gestellt. Die vierköpfige Familie spart sich nun ein Jahr lang sämtliche Energiekosten, ihre Wohnung haben sie für die Zeit an einen Freund vermietet. Zwölf Monate lang sollen Welke/Wiechers das Ökohaus testen und dabei die gesamte Technik via Bildschirmberührungen von Smartphones steuern. Ein ganzes Forscherteam wird darüber Buch führen, wo es in der Bedienung noch hakt, um das Effizienzhaus dann Stück für Stück zu verbessern.

Das Bundesbauministerium um Peter Ramsauer fördert die wissenschaftliche Entwicklung von Plusenergiehäusern mit 1,2 Millionen Euro im Jahr. Abgesehen davon hat der Trend zur Selbst-Energieversorgung in den vergangenen Jahren deutschlandweit zugenommen. Einige Fertighaushersteller wie etwa die Firma Bien-Zenker bieten bereits energieeffiziente Einfamilienhäuser an und sogar die Verbindung mit Elektromobilität ist schon dazu erhältlich. Ökohäuser sind also auf dem Vormarsch – und wenn es nach Ramsauer geht, soll das Haus von Welke/Wiechers nicht lange ein Prototyp bleiben.




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