Energiesparmaßnahmen bringen Hausbesitzer ins Schwitzen

26. März 2012 | von

Die Bundesregierung will neue Auflagen zur Wärmedämmung herausgeben: Hausbesitzer müssen alte Heizkessel gegen energiesparende Modelle austauschen. Der Mieterbund warnt vor Mietpreis-Explosionen.

Die Energiewende läuft in Deutschland nur schleppend an. Grund genug für die Bundesregierung, die Auflagen der energetischen Gebäudesanierung nochmals zu überdenken. So erhalten Hausbesitzer strengere Auflagen hinsichtlich der Wärmedämmung. Sie werden verpflichtet, alte Heizkessel zu entsorgen und diese durch ökologisch sinnvollere Modelle zu ersetzen. Damit soll erreicht werden, dass bis 2050 der Energieverbrauch in den Gebäuden um 80% minimiert wird.

Aufgrund dessen wird immer mehr Druck auf die Hausbesitzer ausgeübt. So spricht sich die Bundesregierung zwar für eine langfristige energetische Gebäudesanierung aus, streicht jedoch zugleich weitere Fördermittel. Der deutsche Mieterbund fürchtet, dass diese energiesparenden Maßnahmen gewaltige Auswirkungen auf den Mietpreis haben. Es ist von einer befürchteten Mietpreis-Explosion die Rede.

Das Geschäftsmodell der Regierung zur energetischen Gebäudesanierung bleibt fraglich. So wurden im Jahr 2011 bundesweit nur 0,8 bis 0,9 Prozent der Häuser saniert – weit weniger als vorerst angedacht. Anfang Februar scheiterte dann auch noch der Versuch, die ungeliebte Sanierung über Steuererleichterungen attraktiver zu machen, der Bundesrat lehnte den Vorschlag ab. Und auch für zinsgünstige Renovierungskredite will die Regierung weniger Geld ausgeben als ursprünglich geplant. Alternativ können Verbraucher versuchen, mit einem Konsumentenkredit im Internet ein Teil der Kosten zu stemmen.

Große Hoffnung wird also nun in die Hausbesitzer gesetzt. Sie sollen laut einem Pressebericht des Umweltministeriums stärker in die Pflicht genommen werden. Dadurch möchte man die gewünschten Klimaziele und die nötigen Einsparungen für die Energiewende erreichen. So sieht es die Bundesregierung vor, Gebäudebesitzer beim Austausch des zentralen Wärmeerzeugers oder Heizkessels zu verpflichten. Zudem sollen umfangreiche Dämmungsmaßnahmen vorgenommen und eine Verschärfung der Abgasnormen für bestehende Heizkessel erlassen werden.

Bislang bestreitet das Umweltministerium jegliche Forderungen. Laut einer Sprecherin des Umweltministers Norbert Röttgen (CDU) seien noch keinerlei Festlegungen zu dem zitierten „Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz“ getroffen worden. Demnach sei noch völlig unklar, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß das seit 2009 geltende Wärmegesetz reformiert werden soll.




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