Digitales Stromnetz bedeutet Herausforderung für Datensicherheit

2. April 2012 | von

Intelligentes Wohnen ist seit geraumer Zeit auf dem Vormarsch. Künftig sollen auch Stromnetze, Zähler und der Stromverbrauch intelligent regelbar sein. Doch wie sicher ist die digitale Übertragung von Kunden- und Verbrauchsdaten?

Intelligente Stromzähler geraten in den Blickpunkt der Datenschützer

Intelligente Stromzähler geraten in den Blickpunkt der Datenschützer. Foto: stockxpert

Eines steht außer Frage: Die Digitalisierung im Bereich der Stromnetzwerke könnte Optimierung und Vereinfachung für die deutschen Haushalte mit sich bringen. So können beispielsweise intelligente Stromzähler dafür Sorge tragen, dass kein Strom unnötig verbraucht wird oder Häuser melden automatisch den je notwendigen Stromverbrauch. In der Theorie klingen diese Prognosen verlockend, doch wie sieht das in der Praxis aus, vor allem, wenn es um die Sicherheit vor Datenmissbrauch geht? Claudia Eckert, Professorin an der TU München gab gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zu bedenken, dass der gläserne Energiebürger in jedem Falle neue Herausforderungen in puncto Datensicherheit bereithält.

Die Datensicherheit wird für die Informations- und Kommunikationsstrukturen der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen, ist sich die Expertin sicher. So geht es nicht nur um die Fähigkeit, diese neuartigen Energiestrukturen überwachen und kontrollieren zu können, sondern auch darum, wie die Versorgungssicherheit überhaupt gewährleistet werden wird. Problemfaktoren dabei seien, ob ein System den Energiebedarf korrekt aussteuern kann und dass früher abgeschottete Netzsysteme nun im Zuge der Vernetzung geöffnet werden. Bedenklich ist dies vor allem durch die Gefahr von Manipulationen. Als Beispiel hierfür führte Eckert die digitalen Zähler an, die bereits auf dem Markt sind. Die sogenannten Smart Meter können gehackt werden, wodurch Zählerstände manipulierbar sind oder auch Energie auf Kosten anderer verbraucht werden kann.

Gerade zum Schutze der Datensicherheit sei es daher unabdingbar, ein sicheres System zu schaffen und sich gezielt mit den Fragen nach der Art und Weise von Abrechnungen, Identifikation und Verbrauchständen zu beschäftigen, bevor das intelligente Netz eingeführt wird. Entwicklungen wie in den Niederlanden, wo das intelligente Netz auf Grund mangelnder Datensicherheit eingestellt wurde, gilt es zu vermeiden.




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