Leipzig: Mehr Einwohner und steigende Mieten

5. April 2012 | von

Wenig erfreuliche Nachrichten für die Leipziger: Immer mehr Zugezogene erhöhen die Mietpreise in der Stadt. Der Wohnungsleerstand geht dabei zurück.

In Leipzig steigen die Mieten. Foto: Ich-und-Du  / pixelio.de

In Leipzig steigen die Mieten. Foto: Ich-und-Du / pixelio.de

Auf dem Leipziger Wohnungsmarkt tut sich etwas: Durch immer mehr Einwohner steigt die Nachfrage und damit auch die Mietpreise. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Zahl leer stehender Wohnungen im Stadtgebiet mehr als halbiert, fast neun von zehn Altbauten wurden inzwischen saniert. Diese Ergebnisse gehen aus dem aktuellen Monitoringbericht Wohnen 2011 der Stadt Leipzig hervor, der kürzlich vorgestellt wurde. Ausschlaggebend für die Entwicklung ist die zunehmende Bevölkerung in der sächsischen Großstadt: Ende des Jahres 2010 zählte Leipzig 522.883 Einwohner – 4.021 und damit 0,8 Prozent mehr als 2009. Zurückzuführen ist das Wachstum überwiegend auf junge Zugezogene aus den neuen Bundesländern im Alter zwischen 18 und 30 Jahren.

Kein Überangebot mehr

Erstmals wird auf dem Leipziger Wohnungsmarkt für die kommenden drei Jahre kein Überangebot von Wohnungen erwartet, sondern eine zunehmend ausgeglichene Marktsituation, insbesondere für sanierte Gründerzeitbestände und den Eigenheimbereich. Die zunehmende Nachfrage bewirkt höhere Preise: Zahlte der durchschnittliche Leipziger Haushalt 2009 etwa 400 Euro für die monatliche Warmmiete inklusive Nebenkosten, sind es ein Jahr später rund 20 Euro mehr. Besonders für Wohnungen im Luxussegment muss tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden – inzwischen werden hier Preise von bis zu zehn Euro kalt pro Quadratmeter verlangt.

Plattenbau-Viertel weniger betroffen

Beliebte Stadtteile sind das Zentrum-Nordwest mit 20,9 Prozent mehr Einwohnern sowie die zentrumsnahen südlichen und südwestlichen Stadtteile, die seit 2005 deutlich an Bevölkerung hinzugewonnen haben. Eine sinkende Einwohnerzahl vermelden hingegen Plattenbau-Viertel am westlichen und nordöstlichen Stadtrand, die zwischen 2005 und 2010 Einwohnerverluste von bis zu 7,5 Prozent hinnehmen mussten. Erfreulich ist der zurückgehende Leerstand in der Stadt: 2010 waren rund 34.000 der 316.000 Leipziger Wohnungen nicht bewohnt –zehn Jahre zuvor waren es mit 69.000 noch fast doppelt so viele. Insgesamt liegt die Quote bei 10,5 Prozent. Höher ist sie jedoch in der planmäßig angelegten Großwohnsiedlung Grünau aus den siebziger und achtziger Jahren: Hier steht jede sechste Wohnung leer.

Der Monitoringbericht Wohnen 2011 zeigt darüber hinaus, dass der Trend zum Single-Haushalt in Leipzig zurückgeht. Zwar besteht nach wie vor mehr als die Hälfte der Haushalte (54,4 Prozent) aus nur einer Person, Drei- und Vier-Personen-Haushalte sind jedoch wieder leicht im Kommen und jede dritte Wohnung ist ein Zwei-Personen-Haushalt. Der Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern geht hingegen zurück – 2010 wurden nur 661 Eigenheime auf städtischem Boden errichtet.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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