Mietkaution – totes Kapital besser nutzen

25. April 2012 | von

Wird die Mietkaution während der Mietdauer auf einem Sparbuch festgelegt, hat sie für den Mieter keinerlei Nutzen. Stellt man die Kaution dagegen über eine Mietbürgschaft, ist die Verwendung der Kautionssumme weiterhin möglich, ohne dass dabei für den Vermieter Nachteile bei der Sicherheit entstehen.

Mietkaution: totes Kapital besser Nutzen. Foto: birgitH  / pixelio.de

Mietkaution: totes Kapital besser Nutzen. Foto: birgitH / pixelio.de

Ist die Traumwohnung oder das passende Haus erst einmal gefunden, ist man als Mieter schon fast am Ziel. Wäre da nicht noch der stressige und kostenintensive Umzug. Neben den Ausgaben für den Möbeltransport müssen die Ersparnisse auch noch für die Maklerprovision, Renovierungsarbeiten oder eine neue Küche ausreichen. Sind alle Umzuskosten geschultert, wartet mit der Mietkaution eine weitere finanzielle Hürde. Bis zu drei Nettokaltmieten kann die Mietkaution betragen, und wird gleich zu Beginn des Mietverhältnisses fällig. Sie dient Vermietern als Sicherheit, sollte der Mieter die Wohnung bei Auszug nicht vereinbarungsgemäß übergeben. Für den Mieter ist die Kaution jedoch lediglich eine finanzielle Belastung.

Die meisten Kautionen sind noch auf Sparbüchern festgelegt.

Auf traditionellem Wege wird die Mietkaution auf einem verpfändeten Sparbuch angelegt. Da während der Mietdauer kein Zugriff auf das Geld möglich ist, ist die Mietkaution aus Mietersicht totes Kapital. Die Kautionssumm wird zum üblichen Sparbuchzins verzinst, welcher im Allgemeinen jedoch wenig attraktiv ist. Schätzungen zu Folge liegen derzeit etwa 24 Millarden Euro auf Deutschlands Mietkautionskonten geparkt.

Die Mietkautionsbürgschaft als moderne Alternative zur Barkaution

Seit etwa fünf Jahren gibt es eine neue Form der Mietkaution. Die so genannte Mietkautionsbürgschaft ist derzeit in aller Munde, und erfreut sich sowohl bei Mietern als auch bei Vermietern wachsender Beliebtheit. Der große Vorteil für den Mieter besteht darin, dass er lediglich einen günstigen Jahresbeitrag an eine Kautionskasse zahlt. Letztere stellt dafür die Kaution für den Vermieter, welcher mit der Mietbürgschaft eine absolut gleichwertige Sicherheit erhält. Für den Mieter bleibt der Kautionsbetrag im eigenen Portemonnaie, und kann somit z.B. für die übrigen Umzugskosten genutzt werden. Vermieter profitieren ebenfalls, da die umständliche und zeitintensive Verwaltung der Mietkautionskonten entfällt. Ein vorheriger Bonitätscheck garantiert dem Vermieter zudem die Zahlungsfähigkeit seines neuen Mieters im Moment des Einzugs.

Mietkaution über eine günstige Bürgschaft finanzieren

Gerade für Mieter mit sehr knappem Haushaltsbudget bietet die Mietbürgschaft eine interessante Lösung. Mit Kosten ab etwa 3,5% pro Jahr gerechnet auf die Kautionssumme ist die Mietbürgschaft günstiger als z.B. ein Ratenkredit oder der Dispo des Girokontos. Für Letzteren werden meist Zinsen im zweistelligen Bereich fällig. Aber auch der Ratenkredit ist mit durchschnittlich 7,5% Zinsen immer noch deutlich teurer als die Mietkautionsbürgschaft, und daher zur Finanzierung der Mietkaution die schlechtere Lösung.

Barkaution vom Vermieter zurückholen

Der Abschluss einer Mietbürgschaft ist nicht auf den Zeitpunkt des Umzugs beschränkt, sondern kann jederzeit erfolgen. Somit können Mieter auch ihre bereits beim Vermieter hinterlegte Mietkaution in eine Mietbürgschaft umwandeln. Der Vermieter muss sich jedoch mit der Mietkautionsbürgschaft als Alternativlösung einverstanden erklären. Mit der Auszahlung der Barkaution können Mieter den Geldbetrag nun für eigene Zwecke verplanen.

Anbieter und Konditionen

Wie bei allen Finanzverträgen ist auch vor dem Abschluss einer Mietbürgschaft ein Vergleich verschiedener Anbieter sinnvoll. Der letztlich zu zahlende Preis richtet sich nach der Höhe der Kautionssumme sowie dem Zeitraum der Mietdauer. Diverse Fachportale im Internet bietet interaktive Kostenrechner sowie weitergehende Informationen zum Thema.




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