Bayern: Nachfrage nach Wohnimmobilien gestiegen

1. Mai 2012 | von

Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen in Bayern ist trotz deutlich steigender Preise im dritten Jahr in Folge weiter gewachsen. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht.

Bayerische Idylle trügt: Immobilienpreise steigen. Foto: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

Immobilienpreise in Bayern steigen. Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen in Bayern steigt – trotz der hohen Kauf- und Mietpreise. „Die aufgrund der Finanz- und Schuldenkrise bestehenden Inflationsängste haben die Nachfrage nach Wohnimmobilien sowohl bei Eigennutzern wie auch bei Kapitalanlegern deutlich gesteigert“, erklärte Paul Fraunholz, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH (Sparkassen-Immo), anlässlich der jährlichen Pressekonferenz der Sparkassen-Finanzgruppe zum bayerischen Wohnimmobilienmarkt. Zusätzlich begünstigten historisch niedrige Zinsen die Entwicklung. Insgesamt konnten die bayerischen Sparkassen ihren Wohnungsbaukreditbestand um 2,7 Prozent auf fast 52 Milliarden Euro steigern. Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen im Freistaat hat damit bereits im dritten Jahr in Folge zugenommen. „Die Nachfrage nach Wohnimmobilien – von der vermieteten Ein-Zimmer-Wohnung bis hin zum Mehrfamilienhaus – ist groß, das Angebot in vielen Regionen inzwischen sehr knapp“, so Fraunholz.

Für Miet- sowie auch Kaufobjekte muss dabei immer tiefer in die Tasche gegriffen werden: 2011 sind die Preise nach Angaben des Sparkassenverbandes für gebrauchte Häuser und Eigentumswohnungen im Landesdurchschnitt um jeweils sieben Prozent gestiegen. Für ein gebrauchtes Haus mussten Käufer bei Sparkassen und LBS in Bayern im Durchschnitt 210.500 Euro investieren, für eine gebrauchte Eigentumswohnung 113.800 Euro. Der Durchschnittspreis für neu gebaute Häuser stieg um 16 Prozent auf 367.900 Euro.

Preise variieren je nach Region stark

Innerhalb Bayerns variieren die Preise außerdem stark. Während ein gebrauchtes, freistehendes Einfamilienhaus in mittlerer bis bevorzugter Lage in günstigen Regionen für weniger als 200.000 Euro zu haben ist, müssen für ein vergleichbares Objekt etwa in den Regionen Nürnberg, Regensburg, Lindau, Rosenheim oder im Landkreis Augsburg zwischen 350.000 und 450.000 Euro investiert werden. In guten Lagen Münchens sowie des Landkreises Starnberg sind dafür in der Regel mehr als 700.000 Euro Kaufpreis anzusetzen.

Folgenlos bleibt die große Nachfrage nach Wohnimmobilien in Bayern nicht, das erklärte LBS-Chef Franz Wirnhier. So würden die Baugenehmigungen und Fertigstellungen von Wohngebäuden noch nicht ausreichen. Insgesamt wären zwar 28,6 Prozent mehr Wohnungen in neuen Wohngebäuden fertiggestellt (37.771) als 2010 und 20,8 Prozent mehr genehmigt (45.847), diese Zahlen seien jedoch nicht als Entwarnung zu verstehen. Das Forschungsinstitut Empirica hat errechnet, dass in Bayern bis 2029 durchschnittlich rund 40.000 Wohnungen pro Jahr errichtet werden müssten, um den Bedarf zu decken – dies ist trotz der positiven Tendenz auch 2011 nicht gelungen. „Die derzeit erkennbare positive Tendenz im Neubau muss also nicht nur anhalten, sondern sogar an Dynamik gewinnen, um das langfristig benötigte Wohnungsangebot sicherzustellen“, so Wirnhier.




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