Mehrgenerationenhäuser: Neuer Wohnkomplex in Köln

9. Mai 2012 | von

Mehrgenerationenhäuser bieten einige Vorteile: Sie sind praktisch bei der Kinderbetreuung und der Unterstützung älterer Menschen und wer sich schlau anstellt, kann noch einige Steuern sparen. In Köln will man jetzt mit einem groß angelegten Mehrgenerationenhaus-Komplex mehreren Familien eine bequeme Alternative bieten.

Mehrgenerationenhäuser: Generationsübergreifendes Zusammenleben

Mehrgenerationenhäuser: Generationsübergreifendes Zusammenleben. Foto: istockphoto

Mit Oma und Opa unter einem Dach wohnen – das fördert nicht nur den Familienzusammenhalt, sondern bringt auch finanzielle Vorteile mit sich. „Aufgrund des demografischen Wandels und damit verbundener ökonomischer Zwänge ist das Wohnen in der Großfamilie eine Alternative, über die wieder mehr Familien nachdenken“, erklärte Birgit Gebhardt, Geschäftsführerin des „Trendbüro – Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel“ aus Hamburg gegenüber FOCUS Online. Immer mehr Menschen können es sich aktuellen Studien zufolge vorstellen, im Alter mit den eigenen Kindern zusammenzuwohnen. Kein Wunder, denn das Mehrgenerationenhaus bietet handfeste steuerliche Vorteile, wenn die Großfamilie den Kauf des gemeinsamen Hauses geschickt einfädelt. So könnten zum Beispiel die Kinder die Immobilie kaufen und ihren Eltern deren zukünftigen Altersruhesitz vermieten. Indem sie als Vermieter einen größeren Teil der Anschaffungs- und Renovierungskosten steuerlich absetzen können als Eigenheimbesitzer, können auf diese Weise Steuern gespart werden.

In Köln hat man den Trend erkannt und das „Projekt Mehrgenerationenhaus“ initiiert. Von der I.D.G. Immobilien-Dienstleistungs-Aktiengesellschaft ins Leben gerufen, soll es dem Deutschen Ärzteblatt zufolge den Herausforderungen „demografische Entwicklung, Altersarmut, Alterssicherung für junge Generationen, Belastungen des Staates durch notwendige Transferleistungen in einem ganzheitlichen Konzeptansatz“ begegnen und in einem groß angelegten Gebäudekomplex gleich mehreren Großfamilien ein Zuhause bieten. Neben Barrierefreiheit für ältere Menschen sind hier auch Gemeinschaftsbereiche geplant, in denen sich alle Generationen wohlfühlen. Darüber hinaus soll es Yogakurse geben, Dichterlesungen, Konzerte, einen Weihnachtsmarkt im Innenhof und vieles andere mehr, so Projektverantwortlicher Josef Hennebrüder gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Neu ist das Projekt Mehrgenerationenhaus nicht: So gibt es bundesweit nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend insgesamt knapp 450 Mehrgenerationenhäuser. Unterstützt werden diese vom Ministerium in einem Aktionsprogramm, das mit Beginn des Jahres 2012 startete. Die Schwerpunkte sind dabei Altenpflege, Integration und Bildung, Angebot und Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen sowie freiwilliges Engagement. Jedes der 450 Häuser im Aktionsprogramm erhält über einen Zeitraum von drei Jahren bis 2014 einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro. Davon werden 30.000 Euro aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert, 10.000 Euro werden von der jeweiligen Standortkommune beziehungsweise vom Land oder Landkreis übernommen.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Wohnen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>