Weniger Zwangsversteigerungen für 2012 prognostiziert

14. Mai 2012 | von

Die Zahl der zwangsversteigerten Immobilien ist in den letzten Jahren leicht gesunken und wird auch in diesem Jahr deutlich zurückgehen. Diese Prognose bestätigen aktuelle Studien.

2012 werden voraussichtlich weniger Zwangsversteigerungen vollstreckt

2012 werden voraussichtlich weniger Zwangsversteigerungen vollstreckt. Foto: istockphoto

Zahlreiche Immobilien landen regelmäßig unter dem Hammer – der Albtraum aller Schuldner. Doch die Zeichen stehen gut: Zum ersten Mal seit Jahren wird die Zahl der zwangsversteigerten Immobilien in Deutschland in diesem Jahr deutlich zurückgehen. Das besagt eine von FOCUS Online in Auftrag gegebene Erhebung von Unika, einem Fachverlag für Zwangsversteigerungsimmobilien. Sie zeigt: Die Zahl der Objekte, die unter den Hammer kamen, ist in den vergangenen drei Jahren stetig gesunken. Waren es 2009 noch 50.407, sank die Zahl der zwangsversteigerten Immobilien im Jahr 2010 nach Angaben von FOCUS Online auf 49.961 und 2011 leicht auf 49.947.

Noch besser sieht es in diesem Jahr aus: 2012 sollen laut der Prognose des Verlags nur noch 40.000 Immobilien zwangsversteigert werden – rund 20 Prozent weniger als in den Vorjahren. Maßgebend für diese Entwicklung sind hauptsächlich zwei Gründe: „Zum einen verharrt die Arbeitslosigkeit bereits über einen längeren Zeitraum hinweg auf verhältnismäßig geringem Niveau“, sagt Unika-Geschäftsführer Peter Küsters im FOCUS Online, zum anderen könnten Eigentümer aufgrund der erheblich gestiegenen Nachfrage häufiger ihr Objekt auf dem freien Markt veräußern als bisher und so einen „guten bis sehr guten Preis“ erzielen.

Bestätigt wird die Entwicklung noch durch eine weitere Studie, die die „Welt am Sonntag“ beim Brancheninformationsdienst Argetra in Auftrag gegeben hat. Auch diese Auswertung prognostiziert einen deutlichen Rückgang der Zwangsversteigerungstermine im Jahr 2012. Die WELT warnt jedoch davor, aus den Ergebnissen zu optimistische Schlüsse zu ziehen. Die Menschen seien weder vernünftiger geworden noch vorsichtiger beim Immobilienkauf. Zum Rückgang beigetragen habe vor allem, dass viele Immobilien derzeit bereits vor dem eigentlichen Termin im Amtsgericht verkauft werden. Das aktuell niedrige Zinsniveau und die Euro-Krise hätten die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen in manchen Regionen regelrecht explodieren lassen. Gegenüber WELT Online sagt Axel Mohr von Argetra: „In vielen Fällen gehen die Objekte gar nicht erst in die Versteigerung. Mehr und mehr Leute stecken ihr Geld in Betongold – auch in Objekte, die früher in der Zwangsversteigerung gelandet wären.“




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Weniger Zwangsversteigerungen für 2012 prognostiziert

  1. P. Leerstrumpf sagt:

    Sie erwähnten, dass die Anzahl von Zwangsversteigerungen rückläufig ist. Gut für dt. Darlehensnehmer+ Gläubiger.

    Trotzdem gibt es noch zu viele, die ihre Immobilie auf diese Weise verlieren, denn dahinter
    stehen Geschichten, menschliche Schicksale. Gut, Bank arbeitet wirtschaftlich, ist kein Sozialamt.

    Dennoch, bei den Anordnungen seitens des Amtsgerichtes wurde da der rechtliche
    Anspruch des Gläubigers geprüft?

    Wieviele büßten ihre Immobilie ein, nur weil sie von der “falschen Bank” ein Darlehen erhielten?
    Wer schützt die Darlehensnehmer der Eurohypo= Hypothekenbank Frankfurt=
    Servicing Deutschland GmbH vor Rechtsmissbrauch und somit “Zwangsenteignung”.

    Diese Enteignungen gab es doch im Sozialismus und nun wieder durch Banken & Co..
    Wann hört dies endlich auf?!
    Wer kann endlich eine gerechte deutsche Rechtssprechung bewirken???

    Aus “Vollstrumpf” wurde dank S.A. “Leerstrupmf”

    Wem gehts ebenso? Bitte melden! Lasst euch dies nicht länger gefallen!!!!

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