degewo erwartet mit Skepsis das „Bündnis für Mieten“

15. Mai 2012 | von

Im vergangenen Jahr hat das Berliner Wohnungsunternehmen degewo einen Gewinn von 24 Millionen Euro eingefahren, trotzdem konnte es seine Gesamtverschuldung nicht auf die angestrebten 60 Prozent senken. Der vom Senat verhängte Mietstopp belastet ebenfalls. Trotzdem gibt es für 2014 Pläne für neue Wohnungen.

Christoph Beck, Finanzvorstand der degewo, plädiert für eine klare Festlegung des „Bündnisses für Mieten“ vom Senat. Foto: degewo

Die degewo fordert eine Festlegung des "Bündnisses für Mieten". Foto: degewo.de

Um die Berliner Mietpreise nicht ungesteuert ins Unermessliche steigen zu lassen, hat der Senat einen Mietstopp verhängt, von der auch angeschlagene Wohnungsunternehmen betroffen sind. Die degewo beispielsweise hat mittlerweile eine Million Euro verloren und konnte seine Gesamtverschuldung so nicht senken. Christoph Beck, der Finanzvorstand der Wohnungsbaugesellschaft, will nun eine klare Festlegung des „Bündnisses für Mieten“ vom Senat, so der Tagesspiegel. Der sogenannte Mietstopp wurde von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) im Dezember 2011 verhängt, er untersagte den städtischen Wohnungsbaugesellschaften in Berlin pauschale Mieterhöhungen.

Beck warnt davor, dass die Entlastung des Wohnungsmarktes und die „vielfältigen Aufgaben“, die die degewo deshalb dem Senat zufolge erfüllen muss, keinesfalls zu einer neuen Verschuldung der Unternehmen führen dürften, so der Tagespiegel weiter. Die degewo liegt mit ihrem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5,09 Euro unter dem Mietspiegel, welcher momentan bei 5,25 Euro liegt. Die geplanten Mieterhöhungen in diesem Jahr würden dann den Quadratmeterpreis knapp über den Mietspiegelwert heben (5,28 Euro).

Obwohl noch nicht feststeht, wie die genauen Auflagen des Bündnisses aussehen sollen, gibt es Gerüchte, die besagen, dass die Mieten nicht mehr als 25 bis 30 Prozent des Haushaltseinkommens der Mieter betragen dürfen. Ursprünglich war geplant, Schutzklauseln für einkommensschwache Mieter in Berlin zu verabschieden. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) lehnte diese Regelung allerdings wegen der daraus folgenden Mehrbelastung für den Haushalt ab. Letzten Donnerstag liefen nun aber die Gespräche zwischen Vertretern des Senats und den sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften an, wodurch sich nun endlich Lösungen abzeichnen könnten.

Die degewo plant, ab 2014 rund 720 neue Wohnungen auf eigenen Grundstücken zu bauen, wie beispielweise in Mariengrün, Friedrichshagen oder Joachimstraße. In der Großsiedlung Gropiusstadt sollen sogar bis zu 400 neue Miet- und Eigentumswohnungen entstehen, und viele der bestehenden Wohnungen sollen bis 2016 saniert werden. Für die Neubauwohnungen würde sich durch die Baukosten von circa 1.500 Euro pro Quadratmeter eine durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter von acht Euro im Monat ergeben. Das „Bündnis für Mieten“ sei noch nicht unterschrieben, so degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka in der Berliner Morgenpost.




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