Demo gegen hohe Mieten in Potsdam

4. Juni 2012 | von
potsdam_brandenburgerstrase

In Potsdam steigen die Mieten stetig, dagegen demonstrierten am Samstag über 2.500 Menschen. Foto: Karl-Heinz Liebisch/ pixelio.de

Am vergangenen Samstag demonstrierten über 2.500 Menschen gegen die stetig steigenden Mieten in Potsdam. Veranstalter der Demonstration war das über 30 Vereine und Verbände starke „Demobündnis Mietstopp Jetzt“.

Am Samstag gingen Demonstranten gegen die steigenden Mieten in Potsdam auf die Straße. Der Veranstalter „Demobündnis Mietstopp Jetzt“ berichtete, dass circa 2.600 Menschen an der Demonstration teilnahmen. Demonstranten und Demobündnis kritisieren die seit Jahren steigenden Mieten in der brandenburgischen Landeshauptstadt. Sowohl städtische als auch private Vermieter würden die Mieten seit Jahren erhöhen, so Nils Schablinski, Mitglied des Demobündnisses, in rbb online. Dies sei vor allem deshalb ein Problem, da gleichzeitig die Reallöhne sinken beziehungsweise stagnieren würden. Oft würde so ein Zweitjob nötig werden, so Schablinski weiter. Die Demonstranten forderten am Samstag bezahlbare Mieten, die sich auch Geringverdiener noch leisten könnten.

Es werden mehr Wohnungen benötigt

Von Potsdam Babelsberg und Potsdam West aus zogen die rund 2.600 Demonstranten Richtung Stadtzentrum, auf dem Bassinplatz wurde nach dem Umzug die Kundgebung abgehalten. Zum „Demobündnis Mietstopp Jetzt“ gehören über 30 Verbände, Vereine, Organisationen und Initiativen. Ihren Angaben zufolge würden nicht nur die Mieten stetig steigen, ein weiteres Problem sind die neuen Wohnungen, die benötigt werden um den wachsenden Bedarf zu decken, laut Angaben des Bündnisses jährlich rund 1.000.

Steigende Einwohnerzahl in Potsdam

In den vergangenen Jahren wurde Potsdam als Wohnort immer gefragter. Von 2009 bis zum Jahresende 2010 steig die die Einwohnerzahl um 2.200 Menschen auf 155.350 Menschen, mit einem Plus von 1,5 Prozent war das der größte Zuwachs seit 1990. Die Steigerung kommt nicht nur durch den Geburtenüberschuss zustande, auch die vermehrte Zuwanderung ist hierfür verantwortlich.

Eine Stellungnahme zu den Protesten von Seiten einer Wohnungsverwaltungsgesellschaft in Potsdam gab es von Horst Müller-Zinsius, Geschäftsführer der Pro Potsdam, zu der auch die Wohnungsverwaltungsgesellschaft Gewoba gehört. In der Potsdamer Neue Nachrichten erklärte er, die Mieterhöhungen seien moderat. Laut Müller-Zinsius liegen 50 Prozent der Mieten unter 5,50 Euro, bei 7 Prozent über sieben Euro. Außerdem lägen die Preiserhöhungen im Rahmen des Mietspiegels und die Gelder würden für Investitionen in Potsdam benötigt, so Müller-Zinsius. Einen Mietstopp könne es daher nur dann geben, wenn eine öffentliche Förderung angesetzt würde.




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