Netzbetrieber: Bundesnetzagentur berechnete Wert über Jahre falsch

7. Juni 2012 | von
Künftig könnte nicht nur die Energiewende den Preis für Gas- und Strom erhöhen. Foto: Rainer Sturm/ pixelio.de

Künftig könnte nicht nur die Engergiewende den Preis für Gas- und Strom erhöhen. Foto: Rainer Sturm/ pixelio.de

Einem Urteil in Düsseldorf zufolge könnten die Strom- und Gaspreise für den Verbraucher steigen. 300 Gas- und Stromnetzbetreiber hatten beim Düsseldorfer Oberlandesgericht Beschwerde gegen die Bundesnetzagentur eingelegt.

Fast 300 Gas- und Stromnetzbetreiber sind nicht einverstanden mit den von der Bundesnetzagentur verwendeten Kalkulationen. Deshalb legten sie beim Düsseldorfer Oberlandesgericht Beschwerde gegen die Berechnungen für die Nutzungsentgelte der Strom- und Gasnetze ein. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht befand, die Bundesnetzagentur müsse auch andere Ansätze, zum Beispiel wie in der Schweiz Berechnung nach dem Baugewerbe-Indizes, berücksichtigen.

Als Grundlage für die Wertermittlung der Netze verwendete die Bundesnetzagentur bisher die Preisindizes des produzierenden Gewerbes. Das Oberlandesgericht kritisierte dieses Vorgehen, da die moderate Preis- und Lohnentwicklung im produzierenden Gewerbe nicht den höheren Entwicklungen im Baugewerbe entspreche. In Deutschland sollte, wie auch in der Schweiz, der Indizes des Baugewerbes als Grundlage für die Berechnung der Netzwerte dienen. Die so berechneten geringeren Werte seien nicht zulässig. Das Gericht kritisiert in seinem Urteil auch das Zugrundelegen von zu hohen Produktivitätssteigerungen durch die Bundesnetzagentur.

Laut Gas- und Stromnetzbetreibern wurde der Wert der Strom- und Gasnetze über Jahre hinweg falsch berechnet. Das Urteil des Oberlandesgerichtes gab ihnen nun Recht. Wenn der Beschluss Bestand hat, können die Netzbetreiber rückwirkend für die letzten fünf Jahre mehr Geld für die Durchleitung von Strom und Gas von den Versorgern verlangen. Diese werden die Mehrkosten dann höchstwahrscheinlich gestreckt über die nächsten Jahre hinweg auf den Endverbraucher umlegen.

Für den Verbraucher würde das nach Angaben der Verbraucherzentrale eine Erhöhung des Strompreises von 0,2 Cent pro Kilowattstunde bedeuten. Neben generell steigenden Strom- und Gaspreisen auf Grund von Netzausbau und weiteren Maßnahmen für die Energiewende würden die Preise durch das Urteil also noch weiter steigen.




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