Energie | Studie Energiearmut und Zahlungsschwierigkeiten werden größer

16. Juli 2012 | von
Stromkosten Schätzungen zu folge leiden immer mehr Haushalte in Deuteschland unter Energiearmut und Zahlungsproblemen. Foto: birgitH/ PIXELIO

Wer nicht zahlen kann, dem wird der Strom abgeklemmt: Aktuelle Hochrechnungen zeigen, dass rund 700.000 Haushalte in Deutschland 2011 zeitweise ohne Strom auskommen mussten.

Im vergangenen Jahr könnte rund 700.000 Haushalten der Strom abgeklemmt worden sein. Das ergibt eine aktuelle Hochrechnung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geht von circa 600.000 Haushalten aus, die Schätzungen des Bundes für Energieverbraucher bewegen sich ebenfalls in diesem Rahmen.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz stützt ihre Hochrechnung auf eine Stichprobe bei rund 367.000 Stromkunden und 22 Energieversorgern. Hier konnten knapp 7200 Sperren festgestellt und als Grundlage für die Hochrechnung verwendet werden. Der Bund für Energieverbraucher schätzt auch die Sperrungen in diesem Jahr auf eine Zahl zwischen 600.000 und 700.000 Haushalten.

Energieschulden sind Problem in Deutschland

Die Zahl der angedrohten und vollzogenen Sperrungen ist somit im Vergleich zu 2011 stark angestiegen. In Rheinland-Pfalz wurden zwei Prozent mehr Mahnungen von den Energieversorgern verschickt, zudem gab es ein Prozent mehr Sperrungsandrohungen und rund 6 Prozent mehr tatsächlich vollzogene Stromsperren. Die Umfrage der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ergab, dass circa drei Viertel der Versorger Energieschulden und Zahlungsverzug in den letzten Jahren vermehrt als Problem ansehen.

Damit nimmt die Energiearmut in Deutschland weiter zu. Haushalte mit niedrigem Einkommen kommen immer häufiger in Zahlungsschwierigkeiten. Schätzungen zu folge sind circa acht Prozent der Haushalte in Rheinland-Pfalz von Energiearmut betroffen, Energiearmut besteht, wenn ein Haushalt für eine angemessene Energieversorgung mit mehr als 10 Prozent seines Einkommens aufkommen muss.

Als Faktoren für die größer werdenden Probleme sieht die Verbraucherzentrale vor allem die fehlende Anpassung an die steigenden Energie- beziehungsweise Strompreise. Weder der Hartz-IV-Regelsatz noch die Löhne im Niedriglohnsektor oder die Rentenerhöhungen würden sich mit den höheren Strompreisen decken.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Energie abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>