Rechtliches | Urteil des Bundesfinanzhofs Weniger Benachteiligung privater Immobilienbesitzer

7. September 2012 | von

Die Verluste der Restschuld der noch fälligen Zinsen beim Verkauf einer privaten Immobilie können von nun an steuerlich abgesetzt werden. Damit entschied der Bundesfinanzhof in München einen Rechtsstreit zugunsten eines Privatimmobilienbesitzers. Private Immobilienbesitzer waren bislang von der Rechtsprechung benachteiligt, wenn sie eine Immobilie mit Verlust wieder verkauft hatten. Dabei wurden Unternehmen bevorteilt, wenn sie Restzinsen steuerlich absetzen wollten. Diese Ungleichheit fällt nun nach dem neuen Urteil weg.

Wird eine Immobilie von einer Privatperson mit Verlust verkauft, können die Zinsen, die für die Restschulden fällig werden, steuerlich geltend gemacht werden. Dies gilt für einen Zeitraum innerhalb von 10 Jahren nach dem Immobilienkauf, was bei einem Verlustverkauf nach der Zehnjahresgrenze gilt, wurde von Bundesfinanzhof nicht näher konkretisiert.

“Nachträglicher Schuldenzins“ kann als Werbungskosten abgesetzt werden

Im konkreten Fall klagte ein privater Immobilienbesitzer, weil ihm das Finanzamt den „nachträglichen Schuldenzins“ nicht als Werbungskosten anerkennen wollte. Der Immobilienbesitzer hatte seine in den 90ern erworbene Immobilie mit Verlust verkauft und konnte die noch ausstehenden Kredite nicht mit dem Verkaufserlös tilgen. Deshalb wollte der Kläger die verbleibenden Zinsen als Werbungskosten steuerlich geltend machen, was ihm das Finanzamt auf Grundlage der früheren Rechtsprechung durch den Bundesfinanzhof verweigerte.

Unter Bezugnahme auf Änderungen im Einkommenssteuergesetz von 1999, die den Zugriff der Finanzämter auf private Verkaufserlöse von Immobilien erweiterten, gab der Bundesfinanzhof dem Kläger recht. Durch diese Änderung seien private Verkäufe in den steuerlichen Bereich gerückt worden, weshalb auch die „nachträglichen Schuldzinsen“ steuerlich absetzbar sein müssten. Der Klage des privaten Immobilienbesitzers wurde demnach entsprochen und der Unterschied zwischen privaten und unternehmerischen Immobilienbesitzern aufgehoben.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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