Immobilienmarkt | Hohe Mieten NRW-Bauminister fordert: Sozialer Wohnungsbau gegen Luxus-Ghettoisierung

11. September 2012 | von
Gentrifizierung Köln Köln gilt als Positivbeispiel: Die Stadt schöpfte die Fördermittel in den letzten Jahren vollkommen aus. Foto: Günter Hommes / PIXELIO

In den Großstädten Nordrhein-Westfalens werden oft die Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau nicht ausgeschöpft. Das muss sich ändern, fordern NRW-Bauminister Groschek und der Deutsche Mieterbund.

Gentrifizierung, also der Verzug von Einwohnern an die Stadtränder, auf Grund von steigenden Mieten in den Innenstädten, und die, vom NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) sogenannte „Luxus-Ghettoisierung“, bedingen sich. Ziehen die Haushalte mit geringem Einkommen aus den Innenstädten weg, weil die Mieten ihr Budget übersteigen, wird die Innenstadt zu einem Viertel für Besserverdiener. Groschek befürchtet so eine Entwicklung in den Großstädten Nordrhein-Westfalens und warnt vor diesem Szenario.

Städte müssen Fördermittel nutzen

Groschek sagte zu den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe, dass sich die Durchschnittsfamilien die Miete, vor allem in Großstädten wie Köln, Münster oder Düsseldorf, oft nicht mehr leisten könnten. Er fordert daher von den Städten mehr Engagement im sozialen Wohnungsbau. Diese würden die vom Land zur Verfügung gestellten Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau oft noch nicht ausschöpfen.

Als gegensätzliche Beispiele nennt Bauminister Groschek Düsseldorf und Köln. Düsseldorf ist seiner Meinung nach ein Negativbeispiel, da hier die Mittel kaum beansprucht wurden. Statt der 47 Millionen Euro bewilligter Fördermittel hatte die Stadt Düsseldorf in den vergangen drei Jahren nur rund 28 Millionen Euro der Förderungsgelder für sozialen Wohnungsbau abgerufen. Dabei sei die Situation auf dem Wohnungsmarkt gerade in Düsseldorf schwierig.

Köln hingegen gehe mit positivem Beispiel voran. Hier wurden in den vergangenen Jahren über 221 Millionen Euro Landesfördermittel für die Mietwohnungsförderung genutzt. Auch andere Städte, wie Münster, Essen oder Dortmund, würden die Fördergelder bisher schon gut nutzen, sagte Groschek. Vor allem Geringverdiener, Studenten, Rentner und Alleinerziehende sind von den hohen Mieten betroffen.

Deutsche Mieterbund unterstützt die Forderung

Auch der Deutsche Mieterbund fordert mehr sozialen Wohnungsbau und Mietwohnungsförderung von den Städten. Die Städte würden momentan verstärkt Bauvorhaben aus dem Luxussegment unterstützen, um höhere Gewinne einzufahren. Sie sollten sich besser auf den sozialen Wohnungsbau konzentrieren, so der Deutsche Mieterbund, und dafür weniger Gewinn in Kauf nehmen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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