Immobilienmarkt | Wohnen im Alter Hoher Bedarf an barrierefreien Wohnungen wird nicht gedeckt

17. September 2012 | von
Barrierefreies Bad Moderne Badezimmer sind zwar elegant und formschön - barrierefrei sind sie aber meistens nicht. Mit zunehmendem Alter wird das zum Problem. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Zwar ist der Wandel hin zu einer immer älteren Bevölkerung in vollem Gange, doch die Konsequenzen darauf wurden auf dem deutschen Wohnungsmarkt bisher noch nicht gezogen: Es gibt deutlich zu wenige barrierefreie Wohnungen. Das bietet Renditechancen.

Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen liegt derzeit bei 2,5 Millionen, doch aktuelle Daten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtplanung (BVBS) zeigen: Es sind nur circa 550.000 barrierefreie oder barrierereduzierte Wohnungen auf dem Markt. Auch eine aktuelle Studie der Deutschen Hypothekenbank (Deutsche Hypo) zeigt, dass der Bedarf an altersgerechten Wohnungen deutlich höher liegt, als der Wohnungsmarkt momentan zu bieten hat.

Bedarf wird bis 2020 erheblich steigen

Demografischer Wandel und die geburtenstarken Jahrgänge aus den 60er Jahren sorgen dafür, dass die Zahl älterer Personen in den nächsten Jahren sprunghaft steigt. Wohnungen, die an diese Situation angepasst sind, werden deshalb immer wichtiger.

Die Studie der Deutschen Hypo zeigt, dass ab dem Jahr 2020 der Bedarf an barrierefreien und barrierereduzierten Wohnungen ansteigen wird. Da der Jahrgang der 60er Jahre besonders geburtenstark war, werden 2020 viele Menschen, die bis dahin das Rentenalter erreicht haben, auf der Suche nach einer altersgerechten Wohnung sein. Das Wachstumspotential in diesem Wohnungsmarktsegment ist daher sehr hoch.
Der Leiter Markt-Analyse der Deutschen Hypo, Prof. Dr. Günter Vornholz, machte die Signifikanz der Thematik noch einmal deutlich, indem er darauf hinweist, dass die Bevölkerungszahl zwar abnehme, sie aber im Schnitt auch deutlich älter würde. Auf dem deutschen Immobilienmarkt müsse deshalb auf die Herausforderung „Demografischer Wandel“ reagiert werden.

BVBS und die Kreditanstalt für Wiederaufbau haben deshalb nun das Förderprogramm „Altersgerecht umbauen“ auf den Weg gebracht. Es soll dazu dienen, den barrierefreien Umbau bestehender Wohnungen zu fördern und so schnell neue altersgerechte Wohnmöglichkeiten zu schaffen. Zwar könne das Förderprogramm als erster Schritt in die richtige Richtung gesehen werden, doch die Versorgungslücke sei so nicht zu schließen, sagte Vornholz Medienberichten zufolge. Außerdem wies er darauf hin, dass altergerechtes Wohnen bezahlbar sein müsse. Die sinkenden Einkommen von Seniorenhaushalten müssten deshalb ebenfalls berücksichtigt werden.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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