Energie | Energiewende Neue Energieeinsparverordnung könnte günstigen Wohnungsneubau unmöglich machen

21. September 2012 | von

Bauherren und Eigentümerverbände fürchten die geplante Verschärfung der Energieeinsparverordnung der Bundesregierung – Der Wohnungsbau für Familien mit durchschnittlichem Einkommen könnte durch die entstehende Kostenerhöhung deutlich erschwert werden.

Ab 2014 könnte sich der Bau neuer Immobilien massiv verteuern, wenn einige von der Bundesregierung geplante Maßnahmen umgesetzt werden – allen voran die Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV), wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet. Wird die neue Verordnung für die Wärmedämmung von Häusern durchgesetzt, treten die Änderungen voraussichtlich ab 2014 in Kraft. Betroffen sind dann ausschließlich Neubauten, bestehende Immobilien müssen nicht nachgerüstet werden. Gegen eine vorgeschriebene Sanierung von bestehenden Immobilien hatte sich insbesondere die CSU gewehrt.
Bundesbau-, Wirtschafts- und Umweltministerium haben ein EnEV-Konzept entwickelt, welches durch die CO2-Einsparung zur Energiewende beitragen soll. In den Jahren 2014 und 2016 soll die Verordnung für Neubauimmobilien um fast 24 Prozent verschärft werden.

Schon die letzten Änderungen an der EnEV 2009 haben die Anforderungen an die Energieeffizienz um 30 Prozent verschärft. Seitdem darf der Primärverbrauch an Heizöl von neugebauten Häusern und Wohnungen nur noch 7 Liter pro Quadratmeter und Jahr betragen. Die neue EnEV sieht vor, den Verbrauch für Heizung und Warmwasseraufbereitung auf gute 6 Liter zu beschränken, berichtet die „Welt“. 2016 errichtete Wohnimmobilien dürften nur noch knapp 5,4 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen.

Änderungen verteuern Haus- und Wohnungsbau enorm

Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, bezeichnete die geplanten Verschärfungen der EnEV als eine Behinderung für den gerade in den Ballungs- und Metropolregionen benötigten Wohnungsneubau. Insgesamt könnten die Baukosten durch die EnEV um zehn Prozent ansteigen und so den Bau von Wohnraum für Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen erschweren. Der Bau von Eigenheimen könnte stark zurückgehen, da Familien wahrscheinlich vermehrt auf bestehende Immobilien zurückgreifen würden. Gadaschko fordert eine Konzentration auf kohlendioxidarme Produktion von Strom und Wärme, anstatt Dämmstoffe zu verwenden, die bei ihrer Produktion viel Energie verbrauchen würden.

Dämmstoffe sind problematisch

Die momentan in Deutschland geläufigen Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), werfen neue Probleme auf. Da diese größtenteils aus Polystyrol hergestellt werden, sind die Dämmstoffe nicht feuerfest, sondern nur schwer entflammbar. Die „Welt“ berichtet, dass in den USA sogar Dämmstoffplatten aus Polystyrol verboten wären, da sie in Häusern, in denen sie verbaut wurden, zu erhöhten Schimmelbefall geführt hätten – zahlreiche Menschen waren auf Grund des Sporenbefalls erkrankt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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