Immobilienmarkt | Immobilienkauf Verbraucherschützer befürchten Immobilienblase in Deutschland

1. Oktober 2012 | von

Weil das krisensichere „Betongold“ gerade in aller Munde und auch die Immobilienfinanzierung günstig wie nie ist, können sich Makler vor Anfragen für Wohnungen und Häuser kaum retten. Die Kehrseite: Nicht jeder kann die Immobilie solide finanzieren. Das könne zu einer Immobilienblase auch in Deutschland führen, warnen Experten.

Im Zuge der Eurokrise investieren immer mehr Deutsche aus Sorge um ihr Erspartes in das vermeintlich krisensichere Betongold. Hinzu kommen die historisch günstigen Finanzierungsbedingungen: Die Hypothekenzinsen für eine Immobilienfinanzierung rangieren je nach Dauer und Zinsbindung weit unter 3 Prozent.

Dies führe dazu, dass Immobilien zunehmend von Leuten gekauft werden, die sich dies eigentlich nicht leisten können, so der Experte für Baufinanzierungen der Verbraucherzentrale Baden- Württemberg zum Berliner „Tagesspiegel“. Selbst Finanzierungen komplett ohne Eigenkapital würden zunehmend auf Interesse stoßen.

Verbraucherschützer warnen vor Folgekosten

Verbraucherschützer warnen eindringlich vor überstürzten Immobilienfinanzierungen. Viele Menschen würden sich finanziell übernehmen, warnte Nauhauser. Neben den reinen Kaufpreisen, die bereits jetzt in etlichen Städten deutlich angezogen haben, würden weitere Kosten lauern. So müssen Maklerprovision, Notarkosten und Grunderwerbsteuer im endgültigen Kaufpreis einkalkuliert werden. Zusatzkosten, die sich leicht auf 19 Prozent des Kaufpreises summieren können – bei den aktuellen Kaufpreisen für Immobilien sind das leicht mittlere fünfstellige Beträge.

Nicht eingerechnet sind hier später anfallende Sanierungs- und Modernisierungskosten, die im Gegensatz zu einem Mietverhältnis komplett vom Eigentümer übernommen werden müssen. Die rasante Entwicklung der Haustechnik in Sachen Energieeffizienz und die immer strengeren Anforderungen in Verbindung mit steigenden Energiepreisen könnten auch aktuelle Haustechnik bald veralten lassen.
Die Verbraucherschützer kritisieren auch die Kreditvergabepraxis der Banken. Einer Studie der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg habe laut Tagesspiegel ergeben, dass 71 Prozent von 400 geprüften Finanzierungsangeboten am Bedarf des Kunden vorbeigehen würden. Weil der Vertriebserfolg bei der Kreditvergabe im Vordergrund stehe, würden die Kredite immer schlechter, so Nauhauser zum Tagesspiegel.




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