Energie | Strompreis Höhere EEG-Umlage: So soll der Preisanstieg gedämpft werden

22. Oktober 2012 | von

Die Ökostrom-Umlage steigt und entfach erneut die politische Diskussion um Energiekosten und steigende Strompreise. Es werden Forderungen laut, die Energiekosten an anderer Stelle zu senken.

Stromverbraucher werden die Kosten der Energiewende in Zukunft zu spüren bekommen: Die im Strompreis enthaltene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien soll im kommenden Jahr auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde steigen und erhöht sich damit um 1,7 Cent. Auf einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden würden demnach 2013 rund 184 Euro für die Förderung von Energie aus Sonne, Wind oder anderen erneuerbaren Quellen zukommen – das sind etwa 60 Euro mehr als 2012.

Der Rekordanstieg der EEG-Umlage hat den Streit um die Kosten der Energiewende neu entfacht. So hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) angekündigt, das maßgebliche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu reformieren. Dies sei jedoch kaum vor der Bundestagswahl im kommenden Herbst zu schaffen. Der Opposition dauert das zu lange. Sie fordert daher kurzfristige Maßnahmen, um die Auswirkungen der stark ansteigenden Strompreise insbesondere für private Verbraucher abzufedern. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) plädiert darüber hinaus dafür, die Stromsteuer auf breiter Front zu senken. Seiner Ansicht nach profitiere auch der Staat von der höheren Ökostromumlage, da auch auf sie Steuern gezahlt werden. Diese ungeplanten Mehreinnahmen sollten den Menschen „schnellstmöglich zurückgegeben“ werden, so erklärte Rösler gegenüber der „Passauer Neuen Presse“. Kritiker sehen hier jedoch ein Problem: Von Röslers Vorschlag würden nicht nur diejenigen profitieren, die hauptsächlich unter den Preiserhöhungen leiden, nämlich Haushalte mit geringem Einkommen, sondern eben auch Gutverdiener sowie Unternehmen. Grüne und Verbraucherzentralen hingegen plädieren für eine andere Vorgehensweise: Einkommensschwache Haushalte könnten ein Grundkontingent an Strom verbilligt oder sogar kostenlos beziehen, jede darüber hinaus verbrauchte Kilowattstunde würde jedoch teurer als bislang – auf diese Weise würde sich Energiesparen auch für diese Haushalte lohnen.

Altmaier führt den teuren Ökostrom auf einen „Grundfehler“ von SPD und Grünen zurück, der seiner Ansicht nach bereits 2000 gemacht wurde. Der „Bild“-Zeitung erklärte er, man habe damals nicht überlegt, wie sich die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Griff halten lassen. Die Quittung dafür gebe es jetzt. Zugleich wies er den Vorwurf der FDP zurück, er treibe die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu langsam voran. Er erklärte, „seit vier Monaten rund um die Uhr“ für eine bezahlbare Energiewende zu arbeiten und fügte hinzu: „Mein Koalitionspartner ist herzlich eingeladen, mich dabei zu unterstützen“.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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