Immobilienmarkt | Immobilienmarkt Bericht der Bundesregierung: Engpässe auf dem Wohnungsmarkt

23. Oktober 2012 | von
Engpässe auf dem Wohnungsmarkt: Bericht der Bundesregierung räumt Wohnungsmangel ein. Engpässe auf dem Wohnungsmarkt: Bericht der Bundesregierung räumt Wohnungsmangel ein. Foto: Rolf Handke / PIXELIO

Das Angebot ist knapp und die Mieten steigen – in vielen Regionen Deutschlands fehlen bezahlbare Wohnungen. Immer mehr Haushalte sind davon betroffen, das geht aus dem aktuellen Immobilienbericht der Bundesregierung hervor.

Bundesbauminister Peter Ramsauer hat dem Bundeskabinett den zweiten Bericht über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland vorgelegt. Damit wird der Beschluss des Deutschen Bundestages vom 14. April 2011 umgesetzt, einmal in der Legislaturperiode über die aktuelle Situation und Entwicklung der Immobilienwirtschaft zu informieren. Zum ersten Mal erschien der Bericht im Jahr 2009. Aus dem Bericht geht hervor, dass besonders in Deutschlands Ballungszentren die Preise für Immobilien steigen, was regionale, „lange Zeit nicht mehr bekannte“ Wohnungsengpässe zur Folge habe. Davon seien immer mehr Haushalte betroffen, insbesondere auch Familien mit Kindern.

Mieten im Schnitt 3 Prozent rauf

Laut Bericht lagen die Mietsteigerungen 2011 bundesweit durchschnittlich bei rund drei Prozent. Die höchsten Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Städte Greifswald (plus 10,4 Prozent), Bremen (plus 8,8 Prozent), Freiburg im Breisgau (plus 8,1 Prozent), Hamburg (plus 7,5 Prozent) und Berlin (plus 7,4 Prozent). Zu den Gründen der Preissteigerungen heißt es im Bericht: „Neben der gewachsenen Nachfrage nach Immobilien insgesamt ist eine der wesentlichen Ursachen, dass über Jahre zu wenig gebaut wurde“.

Auch die Kaufpreise für Immobilien sind deutlich gestiegen

Darüber hinaus zeigt der Bericht, dass nach Jahren der Stagnation nicht nur die Mieten, sondern auch die Kaufpreise für Wohnimmobilien steigen. Die Preise bei Neuvermietungen haben sich mit 3 Prozent im bundesweiten Durchschnitt nur leicht erhöht, in einigen Ballungsgebieten sowie Studentenstädten fällt der Anstieg jedoch deutlich stärker aus. Ramsauer blickt jedoch positiv in die Zukunft: „Jetzt nimmt die Bautätigkeit wieder kräftig Fahrt auf“, erklärte er. „Der Anstieg der Baugenehmigungen um 22 Prozent und der Baufertigstellungen um 15 Prozent im Jahr 2011 werden die Situation auf dem Wohnungsmarkt verbessern. Aber: Die Immobilienwirtschaft ist wie ein Tanker – das Umsteuern braucht seine Zeit, bis es wirkt“.

Grundsätzlich ist der soziale Wohnungsbau Sache der Länder, der Bund hilft jedoch dabei, die Wohnungsmärkte stabil zu halten. So stehen für das Wohngeld und die Übernahme der Kosten der Unterkunft im Rahmen der Grundsicherung insgesamt 17 Milliarden Euro bereit, für die soziale Wohnraumförderung erhalten die Länder zudem jährlich 518 Millionen Euro Kompensationsmittel des Bundes. Außerdem werden für 2012 bis 2014 für die KfW-Programme zur CO2-Gebäudesanierung jährlich 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt – jede zweite neu gebaute Wohnung ist heute KfW-gefördert.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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2 Kommentare zu Bericht der Bundesregierung: Engpässe auf dem Wohnungsmarkt

  1. Karsten Aßmann-Funk | A-F-Immobilien | Lüneburg sagt:

    Meine Meinung: der Immobilien-Markt holt zur Zeit einfach das nach, was vorher viele Jahre nur stagniert hatte. Dabei können (z.B. durch doppelte Avi-Jahrgänge) natürlich mal Engpässe entstehen, die dürften sich aber auch wieder normalisieren – wie auch die Preise irgendwann ihren natürlich Peak erreichen.

  2. Peter sagt:

    Abgesehen davon, dass man in Deutschland im internationalen Vergleich schon sehr viel Wohnflaeche pro Einwohner hat, ist zu bemerken, dass es in den Kleinstaedten genug bezahlbare Wohnungen vernuenftiger Qualitaet gibt. Gleiches gilt fuer die ostdeutschen Grossstaedten. Diese Staedte sterben, historische Haeuser verfallen, Kulturgut geht verloren. Waere also eine kulturhistorsich und gesellschaftlich gute Strategie diesem Trend entgegenzuwirken: anstelle zu ueberlegen neue Millarden in die bestehenden Staedte hineinzupumpen und auf der anderen Seite Staedte verfallen zu lassen sollte man darueber nachdenken die kleineren Staedte attraktiver zu machen. Und dort wo Leute hinziehen (auch wenn es Anfangs wenig Arbeit gibt), folgen auch mittelfristig die Arbeitsplaetze. Die erforderlichen Gehaelter sind in den kleineren Staedten und auch in Ostdeutschland natuerlich geringer weil auch geringere Lebenshaltungskosten anfallen. Also sozialer Wohnungsbau in Grossstaedten ist kein optimaler Einsatz hart erarbeiteter Steuergelder. Moeglichkeiten den kleineren Staedten mit keinen oder nur geringen oeffentlichen Mitteln eine positive Zukunft zu beschweren und das Wohnungsproblem auf diese Weise anzugehen gibt es genug.

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