Maklerprovisionen Bundesratsinitiative fordert Bestellprinzip für Maklergebühren

25. Oktober 2012 | von

Bislang kann Deutschland wohl als „Paradies für Makler“ gelten. Wer hierzulande eine durch den Makler vermittelte Wohnung beziehen will, muss oft mehr als das Doppelte der Miete als Provision zahlen. Das könnte sich bald ändern. Eine Hamburger Initiative fordert nun: Wer den Makler bestellt, soll ihn auch bezahlen.

Ausgangspunkt für das Hamburger Vorhaben ist die derzeitige Situation auf dem Wohnungsmarkt. Aufgrund der Wohnungsnot in begehrten Innenstadtlagen der Hansestadt wird es immer schwerer, dort eine Wohnung zu finden. Selbst wer Gebühren und Sammelbesichtigungen in Kauf nimmt, muss in der Regel lange suchen, bevor eine Wohnung ergattert ist. Der Hamburger Senat geht laut „Spiegel Online“ von derzeit 40.000 fehlenden Mietwohnungen aus. Der Stadtstaat will nun im Bundesrat durchsetzen, dass in Zukunft der Vermieter für die Maklerkosten aufkommt.

Unterstützung kommt vom Mieterbund und aus NRW

Das Hamburg bundesweit kein Einzelfall ist, zeigt ein Blick auf andere deutsche Großstädte: Bis zu 80 Prozent der Objekte werden nach Angaben der ARD Sendung „Panorama“ vielerorts durch Makler angeboten. Nordrhein-Westfalen kündigte bereits an, die Initiative im Bundesrat unterstützen zu wollen. Zur Begründung sagte NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) gegenüber „Spiegel Online“, dass Normalverdiener Miete plus Provision kaum noch stemmen könnten. Weitere Bundesländer signalisieren bereits dem Gesetzesvorhaben im Bundesrat zustimmen zu wollen. Auch der Mieterbund begrüßt den Vorstoß der Initiative: Es sei völlig richtig, dass derjenige, der die Dienstleistung bestelle, diese auch bezahlen müsse, so äußerte sich Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz gegenüber „MDR Info“.

Wie „Spiegel Online“ berichtet, soll der Gesetzesentwurf bereits im ersten Quartal 2013 in den Bundesrat eingebracht werden. Die Bundesregierung hat sich bislang nicht zu dem Vorhaben geäußert, lehnte eine Reform zuvor jedoch ab.

Der Maklerverband IVD äußert sich unterdessen verhalten. Vizepräsident Jürgen Michael Schick erklärte laut „Spiegel Online“, der IVD stehe der Einführung eines echten Bestellprinzips grundsätzlich offen gegenüber. Allerdings sei mit einem Erfolg der Initiative in seinen Augen nicht zu rechnen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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3 Kommentare zu Maklerprovisionen Bundesratsinitiative fordert Bestellprinzip für Maklergebühren

  1. Peter sagt:

    Keine gute Idee – warum? Jeder Wohnungswechsel verursacht kosten, die der Vermieter letztendlich auf die zukuenftige Miete umlegen muss. Damit steigen die Mieten langfristig. Zahlt der Vermieter die Provision an den Makler, dann hat der Mieter keinen Anreiz mehr lange in der Wohnung zu bleiben und es kommt zu haeufigeren Wohnungswechseln. Zahlt der Mieter die Provision, hat er einen Anreiz lange in der Wohnung zu bleiben und weniger haeufiger zu wechseln. Zusammenfassend, weniger Wohnungswechsel in Deutschland insgesamt bedeutet auch geringere Mieten als bei mehr Wohnungswechsel. Die derzeitige Regelung ist also im gesamtwirtschaftlichen Interesse, auch wenn sie den einzelnen manchmal benachteiligt. Es besteht daher keine Aenderungsnotwendigkeit (PS: Ich bin kein Makler).

  2. JU sagt:

    Stimmt, keine gute Idee! Besteht da vllt eine Hinterabsicht bez. der Sozialkassen? Halb gezwungen (Wohnortswechsel) bin ich selber Vermieter und habe festgestellt, dass man als solcher in Deutschland massiv benachteiligt wird; jedenfalls wenn man versucht ehrlich zu bleiben. Da ich berufstätig bin, fehlt mir eigentlich die Zeit noch aufwendig auf Mietersuche zu gehen. Falls ich da noch Maklerkosten berappen soll, ist dies für mich wesentlicher Punkt, der gegen eine weitere Vermietung spricht. Mal abgesehen von meiner Situation glaube ich nicht, dass durch solche Aktionen mehr Wohnraum geschaffen wird.

  3. hans platte sagt:

    Das ist schon richtig das der Auftraggeber zahlen soll!

    Versuch doch mal als Wohnungssuchender einen Makler zu beauftragen, das er für dich Nächtelang das Internet durchforstet für dich zu den besichtigungen geht und dir die beste Wohnung besorgt! lach….
    Das macht er eventuell für eine Luxusvilla an der er sich eine Provision in höhe einer Eigentumswohnung rein schiebt.

    Zu 99% arbeiten die Makler für die Eigentümer oder noch dreister für irgendwelche Grundstücks GmbH´s und deren Verwaltungs KG´s und verlangen das Geld lieber
    von denen die nicht anders können als zu bezahlen.

    Natürlich kostet ein Mieterwechsel ein bisschen was, dafür steht denen ja auch eine vertragsgebühr von 100 Euro zu.
    Ansonsten können die Vermieter Ihre Unkosten auch gerne Steuerlich geltend machen
    aber was kann der kleine Mieter dafür?

    Es gibt in Hamburg keine Wohnung wenn man nicht einem Makler Geld dafür gibt ,den Wohnraum frei zu geben.
    Ich selbst musste es gerade erst wieder erleben und jetzt will so eine Maklerin von einer Verwaltungs KG Provision von mir ….Lach…. nicht in hundert Jahren.

    Ich würde sagen keinen Makler bezahlen den man nicht beauftragt hat.
    Wenn man in Wohnungsnot ist nur auf Rechnung und wenn es unbedingt sein muss später in Kleinstraten abstottern.

    Das sind alles parasitäre Schlaumaxmeier aber wenn die einen Fehler machen und man die Nähe zur Verwaltung belegen kann werden sie ganz ruhig.

    also immer auf die 12 ….

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