Mieten | Bezahlbarer Wohnraum Wohnungsnot schürt Unmut der Mieter

26. Oktober 2012 | von

Bereits seit längerem warnen Mieterverbände vor steigenden Mieten und Wohnungsnot in Ballungszentren, Groß- und Universitätsstädten – jetzt scheint das Problem akut zu werden. In Düsseldorf gehen die Mieter nun auf die Barrikaden: Die Demonstranten fordern bezahlbaren Wohnraum statt Luxuswohnungen.

Am Donnerstag protestierten die Demonstranten im Düsseldorfer Stadtteil Bilk. Dort sollen bald 300 neue Wohnungen und Häuser entstehen, allerdings nur 30 bis 50 davon Sozialbauwohnungen. Dies ist in den Augen der Demonstranten eindeutig zu wenig. Was Düsseldorf brauche, seien keine neuen Luxuswohnungen, sondern bezahlten Wohnraum, so ein Demonstrant gegenüber „RP Online“. Unmut erzeugt auch das Vorhaben der Stadt Düsseldorf, die Mieten an den aktuellen Mietspiegel zu binden. In Bilk liegt die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter momentan bei 8,50 Euro – für viele Mieter sei das nicht mehr erschwinglich, so die Demonstranten.

Unterstützer des „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ sind die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Attac, der Studierenden Ausschuss (AStA), die Altstadt-Armenküche, die Franziskaner mit „Vision teilen“, Fiftyfifty und die Fachhochschule. Nach Angaben der „WAZ“ wollen auch Verdi und der AStA der Heine-Uni dem Zusammenschluss beitreten.

Wohnungsnot, steigende Mieter und teure Sanierungen sind auch deutschlandweit Thema

Düsseldorf steht mit diesen Problemen und dem wachsenden Unmut der Mieter nicht alleine da: Auch in Hamburg sind die steigenden Mietpreise und fehlenden Sozialbauwohnungen schon länger Thema. Dort räche sich momentan, dass sozialer Wohnungsbau in den letzten Jahren kaum stattgefunden habe, sagte Mark Meyer, Jurist für der Verein Mieter helfen Mietern, gestern dem Hamburger Abendblatt. In diesem Segment fehlten aktuell ca. 50.000 Wohnungen, so Meyer. Und auch in Berlin, wo es bislang als vergleichsweise einfach galt eine bezahlbare Wohnung zu finden, steigt die Wohnungsnot. Längst steigen die Mieten nicht mehr nur in Szeneviertel der Hauptstadt wie Kreuzberg oder Friedrichshain.

IVD weist Kritik zurück

Der IVD hingegen stellt den Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der vielerorts offensichtlich ist, als ein Phänomen da, das allenfalls für besonders nachgefragte Innenstadtlagen gelte. Auch in Ballungsräumen sei der Anstieg der Mieten dem Eigentümerverband zufolge als moderat zu bezeichnen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Wohnungsnot schürt Unmut der Mieter

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