Mieten | Bevölkerungswachstum in der Hauptstadt Wird es künftig eng in der Hauptstadt? 250.000 neue Berliner bis 2030

1. November 2012 | von

Berlin kann bis 2030 mit einem Bevölkerungszuwachs von 250.000 Menschen rechnen. Das klingt zunächst viel, ist jedoch im Vergleich zu anderen Großstädten weltweit sehr moderat.

Derzeit leben knapp 3,5 Millionen Menschen in der deutschen Hauptstadt; 2030 könnten es 3,75 Millionen sein, wie zahlreiche Berliner Tageszeitungen heute unter Berufung auf eine bislang noch unveröffentlichte Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung berichten. Dies würde einem Wachstum von 7 Prozent innerhalb der nächsten 18 Jahre entsprechen. Im weltweiten Vergleich ist das jedoch nicht besonders viel, wie aus einem Kommentar der Frankfurter Rundschau hervorgeht. Etliche Metropolen der Welt würden jährlich um diesen Prozentsatz wachsen.

Angesichts der Tatsache, dass die Berliner bereits jetzt über Wohnungsknappheit, steigende Mieten und die Verdrängung sozial schwächerer Bevölkerungsschichten klagen, könnte es in vielen Bezirken der Hauptstadt jedoch eng werden.

Der erwartete Bevölkerungsboom in den 90ern blieb aus

Jahrelang konnte sich die Stadt an der Spree entgegen der Lage in anderen europäischen Metropolen wie etwa London oder Paris jedoch nicht über diese Probleme beklagen. Grund dafür war vor allem, dass nach der Wiedervereinigung und dem Umzug des Regierungssitzes nach Berlin 1999 mit einem unrealistischen Bevölkerungszuwachs von mehreren Millionen Menschen gerechnet wurde. Überall in der Stadt schossen daraufhin neue Wohnungen aus dem Boden. Diese Erwartungen erfüllten sich nicht, bis vor einigen Jahren blieb die Zahl der Berliner fast unverändert, sank zeitweise sogar.

Keine Pariser Verhältnisse

Ein deutlicher Anstieg der Bevölkerung in der Hauptstadt ist lässt sich erst wieder seit 2005 feststellen. Seitdem zeiht es vor allem junge Menschen in die Metropole, das Stadtbild hat sich besonders in vielen ehemaligen Ost-Bezirken gewandelt. Hauptsächlich dort, wo mit privaten Mitteln saniert wurde, hatte nahezu ein Bevölkerungsaustausch stattgefunden.

Dennoch ist nicht zu befürchten, dass Berlin bald übervölkert sein wird. In nahezu keiner europäischen Hauptstadt ist die Bevölkerungsdichte derart gering. Knapp 4.000 Einwohner kommen im Moment auf einen Quadratkilometer, in Paris sind es mehr als 21.000. Allerdings wünscht sich wohl auch kein Berliner die dortigen Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Wird es künftig eng in der Hauptstadt? 250.000 neue Berliner bis 2030

  1. Was ist denn eigentlich mit dem demografischen Wandel passiert? Danach überaltern wir Deutschen doch, damit müsste sich doch ganz natürlich mehr Platz schaffen, oder?

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