Immobilienmarkt | Berlin Grundwasser steigt aufgrund geringen Wasserverbrauchs

5. November 2012 | von

In Berlin steigt das Grundwasser dramatisch, was zu Schäden an Tausenden Gebäuden im Berliner Urstromtal führt. Der Grund dafür: Die Berliner verbrauchen zu wenig Wasser.

Innerhalb der Hauptstadt sei der Grundwasserspiegel während der letzten 20 Jahre um etwa einen halben Meter gestiegen, so berichtet die Onlineausgabe der Berliner Morgenpost am Samstag. Besonders dramatisch sei der Anstieg für den Gebäudebestand im Urstromtal. Das Tal umfasst Ortsteile von Köpenick, Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf im Südosten sowie Lichtenberg, Friedrichshain und das Zentrum von Mitte, Spandau, Staaken, Tegel und Heiligensee.

Rund 10.000 Immobilien weisen bereits jetzt Grundwasserschäden auf, wie die Morgenpost unter Berufung auf Angaben des Verbands Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) berichtet. Die Hausbesitzer klagen über vollgelaufene Keller und Fundamentschäden. Im Vergleich zu jenen Schäden, die in Zukunft auf die Eigentümer zukommen könnten, scheinen die bisherigen Auswirkungen jedoch vergleichsweise gering. Bei großen Gebäuden könnten sich die Kosten der Maßnahmen auf knapp 24 Millionen Euro belaufen, um langfristig Wasserschäden zu vermeiden.

Sinkender Wasserverbrauch lässt Grundwasser steigen

Der Grund für den kontinuierlichen Anstieg des Grundwasserspiegels ist nach Angaben der Morgenpost nicht nur der Klimawandel, sondern in erster Linie der sinkende Wasserverbrauch in der Hauptstadt. Dieser sei seit 1989 um die Hälfte zurückgegangen. Infolgedessen seinen vor allem in den betroffenen Gebieten zahlreiche Wasserwerke stillgelegt worden. Wo die Förderung zurückgegangen ist, sei der das Wasser gestiegen, weil das sogenannte Schichtwasser nicht mehr abgeleitet werde.

Runde aus Sachverständigen und Betroffenen soll Lösung erarbeiten

Auch die Politik ist alarmiert. Aufgrund der aktuellen Situation wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Grundwasserkonferenz einberufen, in der das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Grundwasser geklärt werden soll. Bereits zum dritten Mal kam die Runde auch Sachverständigen und betroffenen Hausbesitzern am vergangenen Montag zusammen. Erarbeitet wird ein Maßnahmenkatalog, der in einem zweiten Schritt dem Abgeordnetenhaus vorgelegt wird. Auf welche Geldsumme sich die Maßnahmen belaufen, wird sich erst dann zeigen.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Immobilienmarkt abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>