Wohnen | Treppenlifte und Co Fehlende Treppenlifte: Barrierefreie Wohnungen bleiben Mangelware

22. November 2012 | von

Die Gesellschaft wird immer älter, doch der Wohnungsbestand in Deutschland ist auf den demografischen Wandel kaum vorbereitet. Dabei muss Barrierefreiheit nicht unbedingt mit großen Mehrkosten einhergehen.

In Sachen barrierefreies Wohnen ist Deutschland noch nicht auf dem Niveau anderer europäischer Länder. Nur etwa ein Prozent der 39 Millionen Wohnungen sind hierzulande mit Möglichkeiten für altersgerechtes Wohnen ausgestattet, hebt eine Studie des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) hervor. Unter anderem müssten mehr Treppenlifte in Wohnhäusern, vor allem in öffentlichen Gebäuden installiert werden. Auch sollen mehr Wohnungen barrierefrei gebaut oder umgebaut werden, damit die Menschen im Alter nicht zu einem Umzug gezwungen sind. Aus diesem Grund können Privathaushalt etwa für Treppenlifte Fördergelder nutzen, die unter anderem von der KfW bereitgestellt werden. Dabei drängt die Zeit: Bis 2020 steigt die Zahl der 65-jährigen auf 25 Prozent der Gesamtbevölkerung an.

Keine Angst vor Barrieren mit Treppenliften

Derzeit fehlen in Deutschland rund 2,5 Millionen altersgerechte Wohnmöglichkeiten. Um diese Situation zu verändern, gibt es Möglichkeiten, sich beim Einbau von Treppenliften finanziell unterstützen zu lassen. Zuallererst ist es sinnvoll, aufgrund der zahlreichen Anbieter für Treppenlifte Angebote zu vergleichen und sich fachkundig beraten zu lassen. Doch es gibt auch einige generelle Informationen, die zu beachten sind.

Treppenlifte sind mit Preisen ab 3.000€ nicht billig, weswegen es sich immer lohnt, nach Zuschüssen oder Möglichkeiten der Kostenübernahme zu suchen. Dabei gilt, dass Krankenkassen generell keine finanzielle Unterstützung leisten. Bei Pflegeversicherungen gibt es bestimmte Bedingungen, die eingehalten werden müssen. So muss der Antragssteller mindestens die Pflegestufe eins vorweisen und nachweisen können, dass der Treppenlift garantiert die Lebensqualität verbessert. Ist der Antrag erfolgreich, wird zumindest ein Teil der Kosten übernommen.

Staatliche Förderung ist möglich

Neben der Pflegeversicherung gibt es noch weitere Möglichkeiten sich beim Kauf eines Treppenlifts unterstützen zu lassen. Eine davon ist ein Förderprogramm des Kreditinstituts für Wiederaufbau (KfW). Hier gibt es zum einen das Kredit-Programm 155, zum anderen das Programm 455, bei welchem es sich um einen Zuschuss handelt. Eigentümer wie auch Mieter können diese Förderleistungen in Anspruch nehmen. Da der Zinssatz der KfW-Programme zumeist deutlich geringer ist als es bei einem Ratenkauf, lohnt es sich auf diese Weise, einen Treppenlift zu erstehen. Auch andere Maßnahmen wie barrierefreie Umbauten in der Wohnung werden durch den Kredit gefördert. Zu beachten gilt es, dass alle Maßnahmen den technischen Mindestanforderungen genügen und von fachkundigen Handwerkern ausgeführt werden.

Beweglichkeit auch im Alter

Um mehr Barrierefreiheit in Deutschland zu schaffen, bedarf es verschiedener Maßnahmen und Initiativen. So hat es sich unter anderem das Projekt „Personalisierte Mobilität, Assistenz und Service System in einer alternden Gesellschaft“ (PASSAge) zur Aufgabe, gemacht mehr Mobilität im Privaten und im Öffentlichen zu schaffen. Auch hier geht es darum, mit altersgerechten Hilfsmitteln wie Treppenliften einen barrierefreien Zugang zum öffentlichen Leben zu schaffen. Inzwischen gibt es in vielen Bundesländern und Gemeinden Programme, die daran arbeiten, mehr Rampen und Treppenlifte einbauen zu lassen. Des Weiteren entstehen mehr und mehr Wohnräume, die bereits beim Bau mit Treppenliften und ohne Barrieren gebaut werden.

Fehlende Treppenlifte: Barrierefreie Wohnungen bleiben Mangelware, 5.0 out of 5 based on 1 rating



Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
1

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Wohnen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>