Mieten | Mietpreissteigerung in Berlin Mietexplosion in der Hauptstadt

23. November 2012 | von
Berlin Spreeufer Berlin wird immer teurer. Vor allem der Rückgang des Leerstands lässt die Mietpreise in die Höhe schnellen. Foto: Kurt Hochrainer / PIXELIO

„Arm aber sexy“ waren Attribute, die Berlin bislang für sich beanspruchen konnte. Diese Zeiten könnten allerdings bald vorbei sein: In der Hauptstadt sind die Mietpreise in den letzten 5 Jahren in manchen Bezirken um 40 Prozent gestiegen. Besonders für sozial schwache Bürger ist das ein harter Schlag.

Im Schnitt müssen Neumieter in Berlin 20 Prozent mehr zahlen als noch vor 5 Jahren. In den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf sind die Mieten sogar bis zu 40 Prozent in die Höhe geschossen, wie aus dem Marktmonitor für das Jahr 2012 des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnunternehmen e. V. (BBU) hervorgeht. Die Entwicklung der Neuvertragsmieten hänge dabei in erster Linie mit dem starken Zuzug in der Hauptstadt und der daraus resultierenden gesteigerten Nachfrage zusammen, macht der BBU in seiner Pressemitteilung von Mittwoch deutlich.

Sinkender Leerstand treibt die Mietpreise an

Durch die rasch sinkende Leerstandsquote würden die Preise angetrieben, so BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern. Um die Preise langfristig moderat zu halten, sei es notwendig, den Mietwohnneubau voranzutreiben. Allerdings dürfe nicht einfach zu alten Formen der Förderung zurückgekehrt werden, vielmehr müsse intelligent subventioniert werden, fordert der BBU. Nach Einschätzungen des BBU fehlen in den nächsten Jahren mindestens 150.000 Wohnungen. Diese seien nötig um, die Hauptstadtmieten auch weiterhin für einkommensschwache Haushalte erschwinglich zu halten.

Geplante Maßnahmen stehen im Gegensatz zu aktuellen Immobilienverkäufen

Als Maßnahmen schlägt der BBU vor, die Zinsen für Baudarlehen weiter zu senken. Bei bereits vorhandene Wohnungen sollten von den Bezirken Belegungsbindungen angekauft werden, rät der BBU weiter. Dies könnte zu einer schnellen Entspannung der Mieten führen.

Ähnliche Maßnahmen forderte jüngst der Berliner Senat sowie einige Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus. Auch die Grünen schlugen vor, den Neubau zu fördern und bestehenden Wohnbestand in Sozialbauwohnungen umzuwandeln.

Im Gegensatz zu diesen Vorhaben stehen jedoch die kürzlich bekannt gewordenen Ankäufe der Immobilienkonzerne GSW und TAG in Berlin. Erst heute berichtete die Berliner Morgenpost, dass der ehemals landeseigene Berliner Immobilienkonzern GSW tausende Wohnungen in der Hauptstadt zukauft. Und auch die hamburgerische Aktiengesellschaft TAG gab am Montag bekannt, über 11.000 Wohnungen der ehemaligen Treuhandtochter TLG übernehmen zu wollen, einige davon befinden sich in Berlin.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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