Mieten | Wohnen als Luxus Mieterhöhungen: Deutsche auf der vergeblichen Suche nach preiswertem Wohnraum

26. November 2012 | von
Sanierung Luxussanierungen statt günstigem Wohnraum lässt Mieten steigen. Immer mehr Mieter sind deutschlandweit davon betroffen. Bild: Rolf Handke / PIXELIO

Jeder vierte Deutsche ist auf der Suche nach einer günstigeren Wohnung. Grund dafür sind die stark anziehenden Mietpreise in deutschen Großstädten und Ballungszentren.

In Deutschland steigen vielerorts die Mietpreise enorm an. Jeder vierte Bundesbürger (24 Prozent) will daraus seine Konsequenzen ziehen und schaut sich derzeit nach einer günstigeren Wohnung um, wie „Spiegel Online“ unter Berufung auf eine Studie des Marktforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der Wüstenrot Immobilien GmbH berichtet.

Vermieterverbände streiten Wohnungsknappheit ab

Seit Monaten wird in Medien, Politik und Bevölkerung über fehlenden bezahlbaren Wohnraum diskutiert. Während sich die Stimmen, die steigende Mieten, knappen Wohnraum und Verdrängung der Altmieter beklagen, mehren, streiten Interessenverbände der Wohnungseigentümer die Problematik weiterhin ab. „Der moderate Anstieg der Mieten auch in den Ballungsräumen lässt darauf schließen, dass die in der öffentlichen Wahrnehmung herrschende Wohnungsknappheit allenfalls ein Phänomen besonders nachgefragter Innenstadtlagen ist“, sagte Jens‐Ulrich Kießling, Präsident des Immobilienverbands Deutschlands (IVD), in einer Pressemitteilung vom September dieses Jahres. Und auch CDU-Mietrechtsexperte Jan-Marco Luczak trat jüngst in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ mit dem Statement an, dass wer wirklich eine Wohnung suche, diese auch finde. Allerdings gebe es kein verbrieftes Recht auf Wohnen in den beliebtesten, zentralen Großstadtvierteln.

Auch Mittelstand leidet unter hohen Mieten

Tatsächlich scheint das Problem nicht der Wohnungsmangel an sich zu sein, sondern, dass vor allem im niedrigen bis mittleren Preissegment die Nachfrage das Angebot weit übersteigt. Spiegelbildlich zeigt sich der Markt in der gehobenen Preisklasse.

Die aktuelle Studie beweist dabei, dass längst nicht nur Geringverdiener unter hohen Mietpreisen zu leiden haben. Die vielerorts steigenden Mietkosten betreffen auch die bürgerlichen Haushalte. Nach Angaben von „Spiegel Online“ verfügen zwei Drittel der Befragten, die angaben, nach einer günstigeren Bleibe zu suchen, über ein Nettoeinkommen zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Im Bundesdurchschnitt würden Haushalte in Deutschland dabei mehr als ein Drittel ihres gemeinschaftlichen Nettoeinkommens für die Miete ausgeben. Damit wird Wohnen in Deutschland zum Luxus, den sich längst nicht mehr jeder leisten kann.

Maßnahmen gegen knappen Wohnraum: Ramsauer beruft Gipfeltreffen ein

Das Fehlen von günstigem Wohnraum vor allem für Studenten beklagte in der vergangenen Woche auch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Als Lösung schlug er vor, ehemalige Bundeswehrkasernen in Studentenwohnheime umzuwandeln. Wie dies konkret aussehen soll, will der Minister am morgigen Dienstag mit Vertretern der Länder, der Studentenwerke und der Immobilien- und Finanzwirtschaft besprechen. Mit welchen Maßnahmen die Politik der Wohnungsnot in Zukunft begegnen wird, bleibt bis dahin abzuwarten.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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